Ärzte Zeitung, 30.08.2005

Monoklonale Antikörper in Eiern produziert

BURLINGAME (ple). Erstmals ist es gelungen, menschliche Antikörper mit Hilfe von Hühnern in Eiern herzustellen. Bisher werden dazu Hamster-Zellkulturen benutzt.

Seit einigen Jahren wird versucht, monoklonale Antikörper oder andere Eiweißmoleküle etwa mit Hilfe transgener Pflanzen (Kartoffeln) oder Tiere, die das gewünschte Protein in die Milch sezernieren, herzustellen.

Jetzt ist es kalifornischen Forschern gelungen, Hühner genetisch so zu verändern, daß sich in ihren Eiern monoklonale Antikörper, etwa gegen ein Prostata-Membran-Antigen, ansammelten ("Nature Biotechnology"-Online).

Wie die Wissenschaftler berichten, haben sie das entsprechende Antikörper-Gen in embryonale Stammzellen von Hühnern eingeschleust und mit diesen veränderten Zellen chimäre Hühner hergestellt.

Im großen und ganzen waren den Forschern zufolge die Eigenschaften der in Eiern und in chinesischen Hamster-Ovarialzellen hergestellten monoklonalen Antikörper gleich. Der größte Unterschied bestand allerdings darin, daß in den Eiern produzierte Antikörper bestimmte Zuckermoleküle nicht oder nur in geringen Mengen enthielten, wodurch die Zytotoxizität der Antikörper erhöht wird.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Hühnereier für die Medizin

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