Ärzte Zeitung, 18.10.2005

KOMMENTAR

Klonforscher in der Zwickmühle

Von Peter Leiner

Klonen kann jetzt offenbar so gesteuert werden, daß sich der Embryo zwar für die Gewinnung von Stammzellen nutzen läßt, aber aus ihm kein Lebewesen entsteht.

Sollte dieses Experiment mit Mäusezellen auch mit menschlichen Zellen gelingen, wäre damit aber nur ein Argument gegen das Klonen vom Tisch: daß therapeutisches Klonen deshalb verwerflich ist, weil aus dem geklonten Embryo nach der Einnistung in die Gebärmutter ein - geklonter - Mensch entstehen könnte.

Denn es gibt andere Klongegner, für die menschliches Leben lange vor der Einnistung beginnt, etwa bereits nach der Befruchtung oder beim Implantieren eines Zellkerns in ein zuvor entkerntes Ei.

Welchen Erfolg Klonforscher auch immer verkünden werden - stets werden sie dem Vorwurf ausgesetzt sein, durch Klonen menschliches Leben zu schaffen, da es keinen weltweiten Konsens bei der Frage nach dem Beginn des Lebens geben wird.

Lesen Sie dazu auch:
Mäuseembryonen speziell zur Stammzell-Forschung geklont

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