Ärzte Zeitung, 04.04.2006

KOMMENTAR

Anschub für die Gentherapie

Von Peter Leiner

Der Erfolg von Frankfurter Hämatologen mit ihrer Gentherapie bei zwei Erwachsenen mit einer angeborenen Immunschwäche bestätigt das große Potential dieser Behandlungsform, nicht nur bei dieser Erkrankung, sondern auch bei anderen Krankheiten, etwa einer HIV-Infektion oder dem Wiskott-Aldrich-Syndrom, einer Plättchenfunktionsstörung.

Das, was schon vor mehr als 15 Jahren im Prinzip bei einem kleinen Mädchen mit angeborener Immunschwäche gelang, ist offenbar auch bei jungen Erwachsenen möglich: Blutstammzellen mit einem intakten Gen auszustatten, das ihnen hilft, etwa bakterielle Keime erfolgreich abzuwehren.

Bei aller Freude über den aktuellen Gentherapie-Erfolg kommt es jetzt darauf an, die Langzeitfolgen der Behandlung genau unter die Lupe zu nehmen, auch wenn etwa das Krebsrisiko mit dieser Gentherapie aufgrund der verwendeten Genfähre viel kleiner zu sein scheint als bei anderen Gentherapien, die bei Kindern Krebs ausgelöst hatten.

Die Frankfurter Forscher geben sich deshalb glücklicherweise nicht mit dem Erreichten zufrieden und arbeiten an einer noch sichereren Genfähre. Sie haben aber schon jetzt das Projekt "Gentherapie" ein ganzes Stück vorangebracht.

Lesen Sie dazu auch:
Gentherapie schützt Immungeschwächte vor Infektionen

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »