Ärzte Zeitung, 05.04.2006

Harnblasen aus Gewebezucht transplantiert

WINSTON-SALEM (hub). US-Forscher haben erstmals Harnblasengewebe im Labor gezüchtet und transplantiert. So konnten sie Patienten mit Blasenstörungen bei Myelomeningozele behandeln.

Sieben Patienten im Alter von 4 bis 19 Jahren nahmen an der Studie von Forschern aus Winston-Salem, North Carolina, teil (Lancet online, 4. April). Alle Patienten hatten eine Blasenstörung bei Myelomeningozele. Eine mögliche Folge: Das Antirefluxsystem der Blase funktioniert nicht richtig, was Ureteren, Nierenbecken und Nieren schädigen kann. Helfen Arzneien nicht, muß operiert werden.

Die Forscher züchteten aus Harnblasen-Biopsien der Patienten im Labor Muskel- und Urothelzellen. Die Zellen wuchsen auf einem blasenförmigen Kollagen-Gerüst. Nach sieben bis acht Wochen wurde das neue Blasengewebe operativ mit der Harnblase der Patienten verbunden.

Alle Patienten hatten nach der Op einen verminderten Druck, eine erhöhte Kapazität und eine bessere Funktion der Blase. Die Ergebnisse zwei bis fünf Jahre nach dem Eingriff seien ähnlich wie sie bei der klassischen Methode mit Darmgewebe zu erwarten wären. Bis zum breiteren Einsatz der Methode seien weitere Studien nötig, so die Forscher.

Topics
Schlagworte
Gentechnik (2103)
Gynäkologie (5456)
Organisationen
Lancet (1189)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

Die neue Statistik der Bundesärztekammer liegt vor. Sie zeigt, wo die meisten Behandlungsfehler passierten und wie die Schlichterstelle meistens entschied. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »