Therapeutisch genutztes Gen kann Krebs auslösen

HEIDELBERG (ple). Deutsche und US-Forscher haben eine Erklärung dafür gefunden, wie es nach einer Gentherapie immungeschwächter Kinder vor gut drei Jahren in Paris zu Krebs kommen konnte. Offenbar trug das übertragene Gen selbst dazu bei.

Veröffentlicht:

In der Gentherapie-Studie in Paris unter der Leitung von Dr. Alain Fischer vom Hôpital Necker des Enfants Malades wurde das Gen für den Interleukin-2-Rezeptor in Blutstammzellen von Kindern geschleust, die an einer X-Chromosom-gekoppelten schweren Immunschwäche litten. Bei diesen Kindern ist der Rezeptor für den Zellwachstumsfaktor Interleukin 2 so sehr verändert, daß die Abwehr von Keimen stark eingeschränkt ist. Der Rezeptor sitzt auf vielen Immunzellen.

Drei Kinder erkrankten, wie berichtet, in der Folge an einer T-Zell-Leukämie. Zunächst vermuteten die Forscher, daß es dazu kam, weil sich das genutzte Gen an eine Stelle im Erbgut setzte, wo es ein Krebsgen aktivierte. Doch einer Studie unter anderem von Forschern am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen und am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg zufolge stößt das zur Therapie verwendete Gen für den Interleukin-2-Rezeptor selbst eine Krebserkrankung an.

In Gentherapie-Versuchen bei Tieren stellten die Forscher fest, daß ein Drittel der Tiere an einem T-Zell-Lymphom erkrankten (Nature 440, 2006, 1123). Das wurde nicht zuletzt deshalb entdeckt, weil die Tiere über einen langen Zeitraum - bis zu 1,5 Jahre - weiter beobachtete wurden.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Gentherapie mit Zeit und Geduld

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
MRT-Bildgebung und Monitoring

© wedmoments.stock / stock.adobe.com

Plexiforme Neurofibrome bei Neurofibromatose Typ 1

MRT-Bildgebung und Monitoring

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Review

RAS-Blocker präoperativ eher nicht absetzen?

Lesetipps
Ein Mann schwimmt in einem Schwimmbecken.

© TeamDF / stock.adobe.com

Umbrella-Review

Welcher Sport bei Depression und Angststörung am besten hilft