Ärzte Zeitung, 06.07.2006

Stammzellen aus Embryonen nach Jungfernzeugung

PRAG (ple). Italienische Forscher haben eine neue Quelle für humane embryonale Stammzellen aufgetan: Embryo-Frühstadien, die aus unbefruchteten Eizellen entstanden sind. Möglicherweise macht dies etwa das umstrittene Klonen von Embryonen oder die Verwendung abgetriebener Embryonen überflüssig.

Durch Behandlung mit bestimmten Substanzen, etwa mit dem Antibiotikum Ionomycin, ist es Forschern um Dr. Tiziana A. L. Brevini aus Mailand gelungen, die Entwicklung von Human-Eizellen anzustoßen und aus den entstehenden Blastozysten embryonale Stammzellen zu gewinnen.

Wie die Forscher bei der Tagung der Europäischen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin und Embryologie vor kurzem in Prag berichtet haben, sind die aus der Inneren Zellmasse der Blastozysten isolierten Stammzellen pluripotent: Sie entwickelten sich in vitro in Zellen aller drei Keimblätter, also des Ekto-, Meso- und des Endoderms, aus denen Körperzellen entstehen. Die Fähigkeit der Stammzellen, sich im Organismus zu entwickeln, wird nun bei Mäusen getestet.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Forschungserfolg kein Königsweg

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Gefahr im Vekehr oder alles im grünen Bereich?

Patienten, die Cannabispräparate in Dauermedikation haben, dürfen am Straßenverkehr teilnehmen. Eine wissenschaftliche Debatte über ein erhöhtes Verkehrssicherheitsrisiko wurde noch nicht geführt. mehr »

Frau hat keinen Anspruch auf Schmerzensgeld

Hat eine Frau Anspruch auf Schmerzensgeld, wenn ein Arztfehler zu Impotenz des Mannes führt? Das OLG Hamm verneint – und gibt eine Begründung. mehr »

Tausende Pfleger ergreifen die Flucht

Großbritannien gehen die Pflegekräfte aus: Zu groß ist die Unzufriedenheit mit dem System. Sie zeigt sich zunehmend auch bei Patienten. mehr »