Ärzte Zeitung, 22.09.2006

KOMMENTAR

Kostbares Gut Nabelschnurblut

Von Peter Leiner

Transfusionsmediziner und Onkologen versprechen sich viel von der Nutzung der Zellen im Nabelschnurblut. Es enthält Stammzellen und bereits weiter entwickelte Vorläuferzellen, mit denen sich etwa Krebspatienten erfolgreich behandeln lassen. Bisher gibt es die meisten Erfahrungen dazu im Ausland, vor allem in den USA, weniger in Deutschland.

Hier sind diese Zellen eher im Zusammenhang damit bekannt, daß man das Nabelschnurblut seines Kindes in einer Blutbank gegen Gebühren aufbewahren lassen kann für den Fall, daß es selbst oder ein Geschwister erkrankt. Der Gedanke, daß man das Blut für die Allgemeinheit spenden könnte, ist dagegen in der Bevölkerung leider weniger bekannt.

Das Wissen über den Nutzen der Therapie mit Nabelschnurblut für nicht verwandte Patienten ist in den USA schon längst weiter verbreitet als in Deutschland. Entsprechend gibt es dort mehr öffentliche Banken für dieses Blut und finanzielle Unterstützung. Die reicht in Deutschland allerdings noch nicht aus, um öffentliche Blutbanken für Nabelschnurblut weiter auszubauen.

Das Potential, das in diesen Blutspenden steckt, sollte mehr als bisher genutzt werden. Das ist vor allem die Eigenschaft der Zellen, daß sie weniger leicht abgestoßen werden als Knochenmarkzellen. Dazu ist aber eine größere Auswahl an Spenden erforderlich, um die Chance eines Patienten auf eine gut passende Spende zu erhöhen.

Lesen Sie dazu auch:
Großes Interesse an Stammzellen aus Nabelschnur

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