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KOMMENTAR

Bitte keine Mischwesen!

Peter LeinerVon Peter Leiner Veröffentlicht:

Wissenschaftler sind erfinderisch. Weil es zu wenig menschliche Eizellen gibt, die für die Forschung gespendet werden, sollen nun Eizellen von Kühen für Klonversuche zur Herstellung menschlicher embryonaler Stammzellen herhalten. Fernziel ist, das sogenannte therapeutische Klonen zu optimieren, mit dessen Hilfe aus patienteneigenen Zellen Ersatzgewebe gezüchtet werden soll. Das jetzt angekündigte britische Vorhaben ist allerdings noch nicht genehmigt, und es bleibt zu hoffen, daß es dazu auch nicht kommt.

Denn warum sollten die Erkenntnisse zu molekularen und zellbiologischen Vorgängen beim Klonen eines Mischwesens nützlicher sein, als jene, die beim Klonen von Tieren gewonnen werden? Auch wenn das genetische Material der fürs Klonen verwendeten Eizelle einer Kuh nur etwa 0,1 Prozent des Erbguts im geklonten Embryo ausmachen würde, so wäre doch damit zu rechnen, daß diese wenigen Gene aus Mitochondrien die Entwicklung des Embryos irgendwie beeinflußen - und das Ergebnis verfälschen.

Stets argumentieren Wissenschaftler wie die britischen Stammzellforscher, daß es bei all diesen Versuchen vor allem darum gehe, eines Tages bessere Therapiemöglichkeiten zu haben. Aber solange das Potential adulter Stammzellen nicht vollständig ausgelotet ist, sollten Forschungen an menschlichen - auch an geklonten - Embryonen zurückgestellt und auf Mischwesen ganz verzichtet werden.

Lesen Sie dazu: Entscheidung zu Klonversuchen erst im Januar

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