Ärzte Zeitung, 06.12.2006

Forscher sind neuem Jungbrunnen auf der Spur

Hemmstoff könnte Menschen mit Organschäden helfen

HANNOVER (ddp.vwd). Forschern aus Hannover ist es gelungen, im Tierversuch die Alterung etwas aufzuhalten. Dazu genügt es offenbar, das Protein p21 auszuschalten.

Die Forscher um Professor Karl Lenhard Rudolph erzeugten Mäuse, denen das Protein p21 fehlte. Das Protein stoppt die Zellteilung. Bei jeder Zellteilung verkürzen sich die Enden der Chromosomen, die Telomere, ein Stück. Menschliche Zellen verlieren nach etwa 50 bis 70 Teilungen die Fähigkeit zur Zellteilung, weil die Telomere dann "verbraucht" sind.

Kurze Telomere senden den Botenstoff p21 an die Zellen mit dem Befehl, die Teilung einzustellen und damit zu altern. Bislang galt das Prinzip, daß der Zellteilungsstop durch kurze Telomere einen Krebsschutz darstellt und daß die Alterung als Nebenwirkung dieses Schutzes auftritt. Bei den Mäusen war trotz deutlich verlängerter Lebenszeit die Tumorrate jedoch nicht erhöht.

Da durch den Eingriff auch die Stammzellfunktion und die Regeneration verbessert wurde, konnte die Funktion der alternden Organe länger aufrecht erhalten werden. Die Forscher hoffen, daß sich nun Hemmstoffe gegen p21 entwickeln lassen. Davon könnten etwa Patienten mit Organschäden wie Leberzirrhose profitieren, so die Forscher online in "Nature Genetics".

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