Ärzte Zeitung, 09.02.2007

Neuer Gentest auf gefährliche Herzkrankheit

BERLIN/WIESBADEN (eb). Ein Gendefekt auf Chromosom 12 ist oft Ursache einer arrhythmogenen, rechtsventrikulären Kardiomyopathie (ARVD), die plötzliche Tode bei jungen Menschen auslösen kann. Ein Test erkennt den Defekt, und ein Implantat kann das Leben der Betroffenen retten.

Bei einer Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) in Berlin hat Professor Ludwig Thierfelder, der Entdecker des Gendefektes, das Projekt vorgestellt: In Studien fand der Herzspezialist vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin heraus, dass etwa ein Viertel aller Patienten mit ARVD einen Defekt im Gen für das Einweiß Plakophilin-2 haben.

Es ist Bestandteil von Filamenten im Myokard, den sogenannten Glanzstreifen. Die Folge des genetischen Fehlers: Langfristig verwandelt sich das Gewebe in Binde- und Fettgewebe. Bereits in frühem Alter kann es zu Rhythmusstörungen und plötzlichem Herztod kommen. Mit dem von Thierfelder entwickelten Gentest können die Betroffene erkannt werden. Sie werden dann mit einem implantierbaren Kardioverter versorgt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »