Ärzte Zeitung, 07.02.2006

Homöopathikum hilft bei Tendopathie wie Diclofenac

Beschwerden ließen bei 88 Prozent der Patienten nach

HERRSCHING (eb). Eine homöopathische Salbe hilft Patienten mit Tendopathie ähnlich wirksam wie Diclofenac-Gel. Das hat eine Beobachtungsstudie in 95 deutschen Praxen ergeben.

An der Studie haben 357 Patienten mit meist akuter Tendopathie an Ellenbogen, Hand- oder Sprunggelenk, Schulter oder Knie teilgenommen. Das berichten Dr. Christian Schneider von der Klinik für Ganzheitsmedizin in Herrsching und seine Kollegen (Explore 1, 2005, 446).

Zwei bis viermal täglich wurden die Präparate - einprozentiges Diclofenac-Gel oder das homöopathische Komplexmittel Traumeel® S - mit oder ohne Bandage aufgetragen. Die meisten Patienten erhielten außerdem eine Kryo- oder Ultraschalltherapie, machten Stretchübungen oder legten stabilisierende elastische Verbände an.

Nach 28 Tagen stellte sich heraus: Die Ergebnisse mit dem Homöopathikum und dem Diclofenac-Gel waren ähnlich. Das galt sowohl für die Schmerzen in Ruhe und Bewegung sowie die Beweglichkeit. 88 Prozent der mit dem Komplexhomöopathikum behandelten Patienten bezeichneten das Resultat als gut oder sehr gut, dagegen nur 82 Prozent in der Kontrollgruppe.

Bei den meisten Patienten besserten sich die Beschwerden ab dem dritten bis siebten Tag nach Beginn der Behandlung. Bei 2,5 Prozent der Teilnehmer in der Homöopathie-Gruppe und 7,7 Prozent in der Kontrollgruppe war kein Erfolg zu bemerken.

Dies entspricht den Resultaten einer Studie bei Patienten mit Epikondylitis, die ein nicht-steroidales Antirheumatikum intramuskulär gespritzt oder lokale Infiltrationen mit Traumeel® S bekommen hatten (Journal of Musculoskeletal Research 8, 2004, 119).

Das Homöopathikum wirkt vermutlich über antiinflammatorische Effekte. So hatten in-vitro-Studien ergeben, daß sich die Ausschüttung proentzündlicher Mediatoren wie Interleukin-1-beta, Tumor-Nekrose-Faktor alpha und Interleukin-8 vermindert.

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