Ärzte Zeitung, 26.02.2007

Homöopathie lindert Allergien akut und langfristig

Gegen akute Beschwerden gibt es viele Einzel- und Komplexmittel / Prophylaktische Behandlung im Herbst beugt Pollenallergien vor

Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte; süße, wohl bekannte Düfte streifen ahnungsvoll das Land. - Damit Pollenallergiker die hier von Eduard Mörike ausgedrückte Freude an der Natur erleben können, brauchen sie eine wirksame Therapie. Und bei allen Formen von Allergien kann Homöopathie weiterhelfen.

Von Wolfgang Geissel

Gegen laufende Nase, Niesreiz, juckende Augen, Husten und andere Allergie-Symptome wünschen sich viele Patienten eine Therapie mit Homöopathika. "Homöopathie eignet sich sowohl zur Akutbehandlung bei Allergien als auch zur langfristigen Prophylaxe", sagt Dr. Markus Wiesenauer aus Weinstadt. Und auch wenig in der Homöopathie erfahrene Kollegen könnten mit einfachen Mitteln vielen Patienten helfen.

Drei homöopathische Einzelmittel sind zu empfehlen

Je nachdem, welche Beschwerden dominieren, empfiehlt Wiesenauer bei allergischen Symptomen eins von drei homöopathischen Einzelmitteln, und zwar in der Dosierung von fünf Kügelchen oder einer Tablette drei- bis fünfmal täglich.

  • Steht bei Augen und Nase die Se-kretion im Vordergrund (alles fließt!), dann rät er zu Galphimia glauca D4. Das Mittel sei zudem indiziert, wenn allergiebedingt Husten auftritt.
  • Ist vor allem die Nasenatmung stark behindert, dann rät Wiesenauer zu Luffa D6.
  • Dominiert der Juckreiz in Rachen und Hals, empfiehlt er Arundo D6.

Ist die Symptomatik schwer einzuschätzen, rät er zum Komplexpräparat Heuschnupfenmittel DHU.

Bei Patienten mit Staubmilbenallergie empfiehlt Wiesenauer das Mittel Sabadilla D6, das ist das Läusekraut Schoenocaulon officinale aus Mexiko. Von dem Mittel sollten dreimal täglich fünf Globuli eingenommen werden, und zwar über drei Wochen. Es folgt eine Woche Pause und dann erneut eine dreiwöchige Einnahme. Auch wenn es dazu keine kontrollierten Studien gebe, sei das Arzneimittel ex usu in morbis bewährt.

Wiesenauer setzt bei Allergien zudem einige andere Arzneimitteln flankierend ein. Bei verstopfter Nase empfiehlt er zum Beispiel Luffa Nasentropfen DHU, und zwar drei bis fünfmal täglich zwei Hübe in jedes Nasenloch. Bei starkem Nasenfluß rät er zu Rinupret® Pflege Nasenspray. Das Mittel mit Meersalzlösung und Dexpanthenol lindert die Schleimhautreizung. Die Medikamente müssen von den Patienten selbst bezahlt werden. Wiesenauer verordnet sie auf einem grünen Rezept.

"Je früher ein Patient bei allergischen Symptomen mit der Behandlung beginnt, desto besser sind die Erfolgsaussichten", sagt Wiesenauer. Sollten sich wider Erwarten die allergischen Symptome mit Homöopathika nicht ausreichend bessern, dann verordnet er additiv ein synthetisches Antiallergikum wie Cetirizin. Wechselwirkungen mit Homöopathika seien nicht zu erwarten.

Langfristig rät Wiesenauer seinen Pollenallergikern außerdem zu einer homöopathischen Prophylaxe im Spätherbst. Hierzu lohnt es sich, das Krankheitsbild in einer homöopathischen Erstanamnese zu erheben. Dies ist eine IGeL, die nach GOÄ-Ziffer 30 abgerechnet wird (52,46 Euro, einfacher Satz). Ein Beispiel für die Prophylaxe ist die Behandlung mit Galphimia glauca D12 einmal täglich fünf Kügelchen oder eine Tablette über sechs bis acht Wochen.

Eine regelmäßige Therapie verringert die Allergieneigung

Nach Studienergebnissen profitierten 70 Prozent der Patienten mit saisonaler Allergie ganz eindeutig von Homöopathie, so Wiesenauer. Prophylaxe und Akutbehandlung verkürzten die Dauer der Symptome und milderten sie ab. Über mehrere Jahre lasse sich mit der homöopathischen Therapie auch die Allergieneigung bei Patienten etwas abbauen.

Weitere Beiträge zur Serie:
"Homöopathie in der Praxis"
Folge 14




Folge 13




Folge 12




Folge 11




Folge 10




Folge 9




Folge 8




Folge 7



Folge 6




Folge 5



Folge 4



Folge 3



Folge 2



Folge 1



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