Ärzte Zeitung, 16.07.2008

Arnika gegen Zerrungen und Prellungen

Arnica montana wird als homöopathisches Mittel bei stumpfen Verletzungen verwendet / Seminar der "Ärzte Zeitung"

MÜNCHEN (ug). Homöopathie kann schnell gehen und sich gut in den Praxisalltag integrieren lassen. Die indikationsbezogene Homöopathie ist eine ganz pragmatische Methode: Bei Patienten mit akuten Krankheiten werden homöopathische Arzneien verwendet, die sich bei den Indikationen bewährt haben.

 Arnika gegen Zerrungen und Prellungen

Zerrung am Oberschenkel: Ein Fall für Arnica montana.

Foto: Panthermedia

Wie man dabei vorgeht, wurde anschaulich erklärt auf der Fortbildungsveranstaltung "Homöopathie für die tägliche Praxis", die die "Ärzte Zeitung" in München ausgerichtet hatte.

So reicht auch bei der indikationsbezogenen Homöopathie die Diagnose allein nicht aus, um das jeweils passende Mittel zu finden. "Sondern die persönlichen Beschwerden führen zum Arzneimittel", hat Dr. Mirko Berger, Facharzt für Allgemeinmedizin aus Hamburg, berichtet. Dazu sind aber keine stundenlangen Anamnesen nötig, sondern das geht schnell. Man sollte sich an den Symptomen orientieren, die im Mittelpunkt der Beschwerden stehen, unter denen die Patienten am meisten leiden. Hinweise geben auch die Auslöser der Beschwerden.

Sogar bei Verletzungen gilt es, genau zu differenzieren. "Die homöopathische Behandlung bei Verletzungen ist ein wundervolles Gebiet, gerade für Anfänger", so Berger. Natürlich sind dann auch Desinfektion, Tetanusschutz oder die chirurgische Versorgung wichtig. "Aber die Heilung können wir sonst eigentlich nicht fördern." Das ist die Domäne der homöopathischen Mittel. Aber auch hier kommt es auf die vorliegende Symptomatik an. Das machte Berger deutlich am Beispiel der Arnica montana, des wichtigsten homöopathischen Verletzungsmittels.

Arnica ist eines der bekanntesten Mittel. Viele Menschen haben damit schon Erfahrungen gemacht. "Arnica wirkt so gut und so erfolgreich, dass wir dadurch ganz viele Freunde für die Homöopathie gewonnen haben", sagte Berger. "Aber Vorsicht", warnte er: "Arnica ist nicht ein Mittel bei jeder Verletzung." Arnica ist etwa nicht angezeigt bei stark blutenden Schnittwunden. Für den Einsatz von Arnica gibt es ein ganz klar definiertes Verletzungsmuster: stumpfe Verletzungen mit Hämatomen. Klassische Indikationen sind Prellungen, Quetschungen, Zerrungen und auch Commotio cerebri. Solche Verletzungen heilen mit Arnica relativ schnell, komplikationslos und schmerzlos ab.

Berger empfiehlt die Potenz D12, zweimal oder dreimal täglich drei bis fünf Globuli über zwei bis drei Wochen. Sobald die Beschwerden abklingen, wird die Behandlung abgesetzt. Ist eine schnelle Heilung nötig, kann es sinnvoll sein, Arnica auch in höheren Potenzen wie D30 oder C30 einzusetzen: eine Dosis von drei bis fünf Globuli sobald wie möglich nach dem Trauma und eventuell sechs bis zwölf Stunden später eine zweite Dosis. Selbst wenn Jahre nach der Verletzung noch Beschwerden bestehen, kann Arnica das Mittel der Wahl sein. Entscheidend ist allerdings, dass der Auslöser ursprünglich eine stumpfe Verletzung wie eine Prellung oder eine Gehirnerschütterung war, eben das richtige Verletzungsmuster für Arnica vorlag.

Weitere Informationen vermittelt auch das Handbuch "Homöopathie - ein praktischer Leitfaden". Darin geben erfahrene niedergelassene Kollegen zu vielen Indikationen praxisrelevante Tipps und Therapievorschläge. Das Handbuch gibt es bei den Seminaren "Homöopathie für die tägliche Praxis". Es bei kann auch gesondert bestellt werden zum Preis von 30 Euro plus 7 Euro Versand.

Bezug: Ärzte Zeitung Verlagsgesellschaft mbH, Am Forsthaus Gravenbruch 5, 63263 Neu-Isenburg, Tel.: 0 61 02 / 506-148; Fax: - 44 148, E-Mail: vertrieb@aerztezeitung.de

Seminar zu Homöopathie

Das nächste Seminar "Homöopathie für die tägliche Praxis" findet am 27. September 2008 in Hamburg statt. Die Veranstaltung ist mit 8 CME-Punkten zertifiziert. Die Teilnahmegebühr von 90 Euro pro Person beinhaltet das Handbuch "Homöopathie - Ein praktischer Leitfaden" sowie Getränke, die Verpflegung in den Kaffeepausen und einen Mittagsimbiss.

Anmeldung und Informationen: mareen.buelte@aerztezeitung.de, Fax 0 61 02 / 506 44 166.

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