Ärzte Zeitung, 09.01.2008

Niedergelassene Ärzte schätzen Naturheilkunde

NEU-ISENBURG (eb). Die Naturheilkunde führt in Deutschland kein Nischendasein mehr. Das jedenfalls legt eine Studie der Internationalen Gesellschaft für Prävention nahe. Nach den Ergebnissen dieser Untersuchung haben 83 Prozent der Ärzte eine gute oder sehr gute Einstellung zur Naturmedizin.

Befragt hatte die Internationale Gesellschaft für Prävention (IGP) im Auftrag des Unternehmens Pascoe 330 niedergelassene Ärzte (57 Prozent) und Heilpraktiker (43 Prozent).

Bei der Frage "Welche Vorteile sehen Sie in der Naturmedizin gegenüber synthetischen Präparaten?" mit vier vorgegebenen Antwortmöglichkeiten sowie einer offenen Antwortoption sahen lediglich sechs Prozent der befragten Ärzte keinen Vorteil. 44 Prozent der Kollegen führten die Vermeidung von unerwünschten Wirkungen und 34 Prozent eine im Vergleich bessere Verträglichkeit von Naturheilmitteln an. Zwölf Prozent konstatierten sogar eine bessere Wirksamkeit als bei synthetischen Mitteln, bei den Heilpraktikern gaben dies lediglich sieben Prozent an.

Jeder zweite Arzt verordnet oft oder sehr oft naturmedizinische Präparate, ein weiteres Drittel zumindest teilweise.

Der Trend hin zur Naturheilkunde wird von der IGP auch mit dem Strukturwandel im Gesundheitswesen in Verbindung gebracht. Dies werde daran deutlich, welche Bedeutung dem Thema in der Zukunft zugewiesen wird. So schätzten nur fünf Prozent der befragten Ärzte die künftige Bedeutung der Naturmedizin als niedrig ein, insgesamt 65 Prozent dagegen als hoch oder sehr hoch.

Allerdings hat die Naturmedizin der Schulmedizin derzeit den Rang noch nicht abgelaufen: In der aktuellen IGP-Studie bezeichneten 14 Prozent der Ärzte die Naturmedizin als gängigste Therapieform in ihrer Praxis, hingegen 61 Prozent die Schulmedizin.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »