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Mit Knoblauch und Ingwer gegen Infektionen

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Ein Kollege fragt im Internet: Wie ist es um die Wirksamkeit von Allium sativum (Knoblauch) bei viralen und bakteriellen Infekten bestellt? Und wie sieht es bei Radix zingiberis (Ingwer) aus?

Professor Jürgen Reichling: Zubereitungen aus der Knoblauchzwiebel (Allii sativi bulbus) werden adjuvant bei Erhöhung der Blutfettwerte und zur Vorbeugung altersbedingter Gefäßveränderungen angewendet. Verschiedentlich werden Zubereitungen aus der Droge auch zur Behandlung von Infektionen und Entzündungen des oberen Respirationstraktes empfohlen.

Diese Empfehlung stützt sich auf die Tatsache, dass Lauchöle in vitro sowohl gegen Gram-positive und Gram-negative Bakterien als auch gegen Candida-Arten (Hefepilze) und Influenzaviren wirksam sind. In Tierexperimenten am Meerschweinchen hemmten sie zudem das Wachstum verschiedener Hautpilze.

Laut einer Studie in England soll es bei einer täglichen Einnahme von 1 Knoblauchkapsel über einen Zeitraum von 4 Monaten zu weniger Erkältungskrankheiten im Vergleich zur Placebogruppe gekommen sein (24 versus 65 Prozent).

Zubereitungen aus dem Ingwerwurzelstock (Zingiberis rhizoma) werden hauptsächlich bei dyspeptischen Beschwerden und zur Verhütung der Symptome der Reisekrankheit eingesetzt.

Hingegen ist die volkstümliche Anwendung von Ingwerzubereitungen bei Husten und Erkältungskrankheiten derzeit wissenschaftlich nicht belegt. Die antibakterielle und antimykotische Wirkung von Ingwerzubereitungen sind zudem nur schwach ausgeprägt.

Hingegen hat sich das ätherische Öl aus dem Ingwerwurzelstock in vitro gegenüber dem Herpes-Simplex-Virus Typ 1 (HSV-1) als äußerst wirksam erwiesen.

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