Ärzte Zeitung, 22.10.2004

Erweiterte Pupille? Ursache könnte Engelstrompete sein!

Giftexperten registrieren im Herbst vermehrt Anfragen

Vorsicht beim Umtopfen: Dr. Herbert Desel vom Giftinformationszentrum mit einer Engelstrompete. Foto: pid

GÖTTINGEN (pid). Jedes Jahr im Herbst häufen sich Ereignisse wie diese: Patienten suchen ihren Arzt auf, weil sie plötzlich eine merkwürdige Erweiterung ihrer Pupille festgestellt haben. Bei der Differentialdiagnose sollten Ärzte unbedingt nach einem Kontakt mit der Engelstrompete fragen, rät das Giftinformationszentrum Nord in Göttingen. Denn alle Teile dieser Zierpflanze enthalten Alkaloide, die bei Kontakt die Augenveränderungen auslösen können.

Die Göttinger Giftexperten, die für die Bundesländer Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein zuständig sind, haben immer um diese Jahreszeit mit derartigen Fällen zu tun. In den vergangenen Jahren habe es in den Herbstwochen etwa 40 Anfragen wegen dieser Symptome gegeben, so Dr. Herbert Desel.

Dies liege daran, daß Engelstrompeten frostempfindlich sind und vor den ersten Nachtfrösten zum Überwintern ins Haus gebracht werden müssen. Beim Hantieren mit dem Topf oder Kübel komme man schnell mit der Pflanze in Berührung. Der bloße Hautkontakt habe keine gravierenden Auswirkungen.

Empfindlich reagieren dagegen die Nerven im Auge. Hat man die Engelstrompete angefaßt und reibt dann mit der Hand das Auge, kommt es zu der Pupillenerweiterung, die meist Freunden oder Verwandten als erstes auffällt.

Das Giftinformationszentrum Nord ist telefonisch rund um die Uhr unter 0551/19240 erreichbar. Weitere Informationen im Internet unter www.giz-nord.de

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Umweltmedizin (1102)

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