Ärzte Zeitung, 03.12.2004

Alte Menschen sind mobil, aktiv und flexibel

Forscher aus Dortmund und Bonn haben 4500 Menschen zwischen 60 und 101 Jahren befragt

DORTMUND (ddp). Die meisten alten Menschen führen ein aktives Leben und bewegen sich trotz ihres Alters viel zu Fuß. Dies haben Forscher der Universitäten Dortmund und Bonn bei der Befragung von 4500 Menschen zwischen 60 und 101 Jahren herausgefunden.

Ein Schwätzchen auf der Parkbank. Alte Menschen in Deutschland sind in hohem Maße sozial aktiv. Foto: dpa

Dabei stellten die Wissenschaftler fest, daß ältere Menschen in hohem Maße aktiv und flexibel in der Art ihrer Freizeitgestaltung sind. Am häufigsten sind sie sozial aktiv: 98 Prozent gaben Tätigkeiten an wie Verwandtenbesuche oder auswärts essen. Für 92 Prozent gehören sportliche Aktivitäten wie auch Spaziergänge regelmäßig zum Tagesablauf. Ausflüge unternehmen 83 Prozent.

"Überraschend war, wie wenig der Pkw genutzt wird und daß die eigenen Füße nach wie vor das wichtigste Verkehrsmittel Älterer sind", berichtet Birgit Kasper von der Fakultät Raumplanung der Universität Dortmund. Auffallend hoch ist der Fußwegeanteil im ländlichen Raum, dort werden sieben von zehn Wegen per pedes zurückgelegt.

Nur für jeden vierten Weg wird allgemein das Auto genutzt. Am höchsten ist der Anteil des Pkw mit 34 Prozent im suburbanen Raum. In Bonn nehmen alte Menschen zudem für elf Prozent ihrer Freizeitwege den öffentliche Nahverkehr in Anspruch. Fast 40 Prozent der Haushalte von Älteren in Bonn waren ohne Auto.

Eine weitere Erkenntnis aus der Studie ist, daß der Fehler oft im Detail liegt. Keine Bank zum Ausruhen, eine zu hohe Stufe oder ein zu klein gedruckter Fahrplan können schnell zur unüberwindlichen Barriere werden.

Anfang nächsten Jahres sollen die detaillierten Studienergebnisse in einem Buch veröffentlicht werden.

Topics
Schlagworte
Umweltmedizin (1121)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »