Ärzte Zeitung, 11.05.2005

Hodenkrebs bei Tischlern gehäuft diagnostiziert

BOCHUM (FHV). Tischler haben ein erhöhtes Hodenkrebs-Risiko: Das haben Daten einer deutschen Fall-Kontroll-Studie ergeben.

Dabei wurden die Daten von 269 an Hodenkrebs Erkrankten mit denen von 797 Kontrollpersonen verglichen, wie Professor Andreas Stang aus Halle berichtet hat. Unter den Hodenkrebs-Kranken fanden sich vermehrt Tischler.

Aus den Daten ließ sich errechnen, daß Tischler, die mindestens fünf Jahre im Beruf gearbeitet haben, ein dreieinhalbfach erhöhtes Risiko haben, Hodenkrebs zu bekommen. Nach zehnjähriger Tätigkeit ist da Risiko sogar um den Faktor 5,8 höher als bei anderen Berufgruppen. Bei Zimmerleuten sei das Risiko für Hodenkrebs nach den Studiendaten dagegen nicht erhöht, so Stang.

Nun müsse geklärt werden, was Hodentumoren bei Tischlern auslösen könne, sagte Stang. Als mögliche Ursachen kämen Holzstäube, Lacke, Holzkonservierungsmittel, synthetischen Adhäsiva sowie diverse Lösemittel in Betracht.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Personal-Notstand auf deutschen Intensivstationen

Auf deutschen Intensivstationen fehlen mehr als 3000 Spezialpflegekräfte. Die Krankenhäuser wollen reagieren. Das Personal denkt über einen Großstreik nach. mehr »

HIV-Impfung generiert Immunantwort

Eine Impfung gegen HIV ist in frühen klinischen Studien. Erste Ergebnisse sind positiv. mehr »

Warum die Putzhilfe glücklich macht

Putzen, Wäsche waschen, Kochen: Viele Menschen empfinden all das als nervige Pflichten. Wer Geld hat, kann andere für sich arbeiten lassen - und fühlt sich dann zufriedener. Das haben Forscher herausgefunden. mehr »