Ärzte Zeitung, 30.05.2005

Keine Wespen-Plage zu erwarten

Viele Tiere sind unterernährt in den Winter gegangen und haben nicht überlebt

BERLIN (dpa). Eine Wespen-Plage wie im vergangenen Sommer ist in diesem Jahr nicht zu erwarten. "Die Tiere sind schon unterernährt in den Winter gegangen, dann kam ein langer, kalter Frühling", sagte Bienenfachmann Benedict Polaczek vom Institut für Zoologie der Freien Universität Berlin in einem dpa-Gespräch. "Ich habe bislang noch kein einziges Wespennest gesehen."

Eine Wespe sitzt auf einer Blüte. Wespen, Hummeln und Bienen fehlt es an Nahrung. Foto: dpa

Die aggressive Futtersuche der Wespen im Vorjahr sei darauf zurückzuführen gewesen, daß die Bestände groß waren, die Nahrung durch den Regen während der Lindenblüte jedoch knapp wurde.

"Blatthonig und Blattläuse, alles wurde abgewaschen." In diesem Jahr gebe es nun voraussichtlich wesentlich weniger Wespen. "Aber wenn die ebenfalls kein Futter finden, kommen sie natürlich auch zu den Menschen."

Dennoch sollten Menschen bei Wespen, Hummeln oder Bienen nicht in erster Linie den bedrohlichen Stachel sehen, sagte Polaczek. Sogar der Ruf als Honiglieferantinnen werde letzteren nicht gerecht. "Viel wichtiger ist ihre Arbeit als Bestäuberin."

So würden zum Bestäuben von einem Hektar Fläche mit Kultur- und Wildpflanzen drei bis vier Völker benötigt. Heute gebe es beispielsweise in Brandenburg nur noch einen Bruchteil davon.

Topics
Schlagworte
Umweltmedizin (1102)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Bundestag macht den Weg frei für Cannabis auf Rezept

13:12Ärzte können Hanf als verschreibungspflichtiges Medikament verordnen. Nach jahrelanger Debatte hat das Parlament heute den Umgang mit Cannabis als Medizin völlig neu geregelt. Krankenkassen müssen die Kosten im Regelfall erstatten. mehr »

Kein Schmerzensgeld für die künstliche Ernährung des Vaters

Das Münchener Landgericht hat die Klage gegen einen Hausarzt, der einen Patienten vermeintlich unnötig lange künstlich ernähren ließ, abgewiesen. Gleichwohl attestierte es einen Behandlungsfehler. mehr »

Droht Briten eine zweite Creutzfeldt-Jakob-Welle?

In Großbritannien ist ein Mann an einer ungewöhnlichen Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung gestorben. Dies nährt Befürchtungen, wonach mehr als 20 Jahre nach der BSE-Krise eine zweite Erkrankungswelle ansteht. mehr »