Ärzte Zeitung, 23.01.2006

Feinstaub durch Verkehr scheint Herzen zu schaden

BERLIN (grue). Wer gerade am Straßenverkehr teilnimmt oder in der vergangenen Stunde auf Straßen unterwegs war, hat ein deutlich erhöhtes Risiko für einen Myokardinfarkt. Dabei macht es kaum einen Unterschied, ob man sich per Bus, Auto oder Fahrrad bewegt, hat eine deutsche Studie ergeben.

In der Untersuchung wurden insgesamt 691 Menschen aus der Region Augsburg, die einen Herzinfarkt überlebt hatten, befragt, wann sie den Infarkt bekommen hatten.

Ergebnis: Besonders häufig traten Herzinfarkte während oder innerhalb einer Stunde nach der Teilnahme im Straßenverkehr auf. Insgesamt läßt sich aus den neuen Studiendaten ableiten, daß das Herzinfarktrisiko in dieser Zeit dreimal höher ist als zu Zeiten, in denen man nicht am Straßenverkehr teilnimmt - und dies unabhängig vom jeweiligen Streß. Das haben Forscher aus München bei einer Feinstaubkonferenz der Charité in Berlin berichtet.

Als Ursache vermuten die Forscher die hohe Feinstaubbelastung im Straßenverkehr, die alle Verkehrsteilnehmer ähnlich stark betrifft. Zuvor hatte eine Studie in fünf europäischen Städten ergeben, daß an Tagen mit hoher Feinstaubbelastung besonders viele Herzinfarkte auftreten.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »