Ärzte Zeitung, 23.06.2004

Lipase-Hemmung reduziert Mikroalbuminurie

Pilotstudie belegt Effekt unabhängig von Gewichtsabnahme und Blutdrucksenkung

PARIS (gvg). Orlistat, ein Hemmstoff des fettspaltenden Enzyms Lipase, reduziert bei stark Übergewichtigen nicht nur das Körpergewicht, sondern verringert nach einer Pilotstudie auch die Albuminausscheidung im Harn.

An der Studie hatten sich 34 stark übergewichtige Menschen mit einem durchschnittlichen BMI von 39 beteiligt. Die Studie wurde von Ärzten der Universität Athen beim Hypertoniekongreß in Paris vorgestellt. Die Teilnehmer erhielten zur Gewichtsabnahme sechs Monate täglich 120 Milligramm Orlistat und reduzierten den BMI durchschnittlich von 39 auf 35.

Zudem verringerte sich die bei allen Teilnehmern bestehende Mikroalbuminurie signifikant von 105 auf 74 Milligramm pro 24 Stunden, unabhängig von der Verringerung des BMI und von der Blutdrucksenkung.

"Da die Mikroalbuminurie zunehmend als eigenständiger Risikofaktor bei Hypertonikern angesehen wird, könnte eine Orlistattherapie das kardiovaskuläre Risiko zusätzlich zum Gewichtsverlust günstig beeinflussen", so die Studienleiter.

Daß von dieser Therapie Fettleibige nicht nur beim Gewicht profitieren, hat schon die XENDOS (XENical® in the prevention of Diabetes in Obeses Subjects) belegt. Dort war die Rate an neuen Diabeteserkrankungen mit dem Fettblocker um ein Drittel geringer als mit Placebo.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »