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Ein bißchen zu joggen, genügt bei Adipositas nicht

FRANKFURT AM MAIN (hsr). Abnehmen ist schwer, besonders für bereits adipöse Menschen. Wie es dennoch gelingen kann, ordentlich Pfunde zu verlieren, dazu hat Privatdozent Andreas Hamann bei der Eröffnung des neuen Adipositas-Zentrums der Diakonie-Kliniken in Frankfurt am Main einige Tips gegeben.

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Abnehmversuche mit ein bißchen Joggen und Walking seien für Adipöse langfristig erfolglos. Bei diesen Patienten müsse aggressiver vorgegangen werden, so der Wissenschaftler vom Universitätsklinikum Heidelberg. Das heißt: Striktes körperliches Training plus Verhaltens- und Ernährungstherapie. Reiche das nicht, brauche es zusätzlich Medikamente zur Gewichtsreduktion.

Zur Vorbeugung von Übergewicht hält der Endokrinologe zwar ausreichend Bewegung für entscheidend. Doch diese Empfehlung reiche bei Adipösen, also bei einem Body-Mass-Index (BMI) von 30 kg/m2 oder mehr sowie bei Übergewichtigen (BMI 25 bis unter 30), die bereits Begleiterkrankungen wie Diabetes und Hypertonie haben, nicht aus, sagte Hamann.

Die Leitlinien der Deutschen Adipositas-Gesellschaft, deren stellvertretender Vorsitzender Hamann ist, sehen für Adipöse ein Bewegungsprogramm vor: Zunächst werden pro Woche 1000 Kilokalorien (kcal) mehr durch Freizeitaktivität verbraucht, das steigert sich auf insgesamt 2500 bis 3500 in wöchentlich fünf bis sieben Trainingseinheiten á 500 kcal. Die Ziele der Basis-Strategie aus Bewegungs-, Verhaltens- und Ernährungstherapie seien heute moderat gesetzt: fünf Prozent Gewichtsabnahme im ersten Vierteljahr oder zehn Prozent im ersten halben Jahr, dann Gewichtsstabilisierung.

Schaffen die Patienten dies nicht, "ist klar, daß es zu einem Jojo-Effekt kommt und sie wieder zunehmen werden." Dann wird eine adjuvante medikamentöse Therapie mit dem selektiven Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer Sibutramin (Reductil®) oder dem Lipaseblocker Orlistat (Xenical®) erwogen.

Als wichtigen Prädiktor für den Erfolg einer Arznei-unterstütztenTherapie nennt Hamann den Gewichtsverlust im ersten Monat. "Die Fortsetzung der Medikation über einen Monat hinaus wird nur bei Patienten empfohlen, die zuvor mehr als 2 Kilogramm abgenommen haben." Ob mit oder ohne Diabetes - diese Patienten hätten gute Chancen 6 bis 10 kg in einem Jahr zu verlieren.

Eine Zukunftsoption bei Adipositas sieht Hamann in dem Cannabinoid-Rezeptorantagonisten Rimonabant. In einer Phase-III-Studie sei im Vergleich zu Placebo eine 2 bis 6 kg höhere Gewichtsabnahme erreicht worden. Die Substanz eignet sich zudem zur Raucherentwöhnung.

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