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Modul: Strategien zur Gewichtsreduktion bei Typ-2-Diabetes

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Ärzte Zeitung, 07.02.2005

LDL runter, HDL rauf - mit viermal Training in der Woche klappt das

2000 bis 3500 kcal zusätzlicher Energieumsatz pro Woche / Dicke profitieren besonders

FREIBURG (ner). Dicke und adipöse Menschen können ihr Lipidprofil durch regelmäßige körperliche Aktivität verbessern. Denn erhöhter Energieumsatz vermindert besonders die atherogenen small-dense-LDL-Partikel sowie die Triglyzeride (TG) bei gleichzeitiger Anhebung des HDL-Cholesterins.

Drei übergewichtige Frauen trainieren auf Fahrradergometern in einem Fitneßstudio. Regelmäßiges Training beeinflußt auch den Lipidspiegel günstig. Foto. dpa

Darauf hat Dr. Daniel König, Rehabilitationsmediziner an der Uni Freiburg, in der Zeitschrift "Geriatrie Praxis" (10, 2004, 15) hingewiesen. Zurückzuführen seien die positiven Effekte auf die sportinduzierte Aktivitätssteigerung von Lipasen und Lipid-Transferproteine, den verminderten Körperfettanteil sowie die zunehmende Muskelmasse.

Präventivmedizinisch sinnvoll sei ein Energieumsatz durch Sport von mehr als 2000, besser von etwa 3500 kcal pro Woche. Dies kann nach Königs Angaben mit einem regelmäßigen, moderaten Trainingsprogramm an mindestens drei bis vier Tagen pro Woche über jeweils 30 bis 40 Minuten erreicht werden. Reines Krafttraining beeinflußt dagegen kaum die Lipoprotein-Spiegel, weil die relativ langen Phasen der aeroben Energiegewinnung fehlen.

Körperliche Aktivität plus diätetische Intervention haben in Studien zur signifikanten Senkung der LDL-Spiegel zwischen neun Prozent (Frauen) und 13 Prozent (Männer) geführt, so König. In eigenen Untersuchungen waren bei optimierter Lebensstil-Intervention LDL-Verminderungen von 30 Prozent innerhalb von vier Wochen möglich.

Außer der Erhöhung des Energieumsatzes ist, wenn realisierbar, auch die gesteigerte Fitneß von großem Vorteil. Dies gelte besonders für Menschen mit Übergewicht, Hypercholesterinämie, niedrigem HDL- und hohem TG-Spiegel, so König.

In fast allen vergleichenden Studien stiegen die HDL-Spiegel um vier bis 29 Prozent und die TG-Spiegel fielen signifikant um vier bis 37 Prozent. Besonders Frauen nach der Menopause profitieren von dem HDL-Anstieg, vermutlich weil aufgrund sinkender Östrogen-Spiegel in dieser Lebensphase das HDL besonders stark fällt. Zwar ist eine Gewichtsreduktion wünschenswert, aber: Die Anhebung des HDL ist nicht zwangsläufig an die Reduktion des BodyMass Index (BMI) gekoppelt.

Bei allen Vorteilen des moderaten Sports ist König jedoch Realist: Gerade in der Sekundärprävention bei koronarer Herzerkrankung seien durch Lebensstil-Interventionen die aktuellen LDL-Zielwerte oft nicht zu erreichen. Dann sollten insbesondere bei Hochrisiko-Patienten die Möglichkeiten der medikamentösen Behandlung gezielt und mit individueller Dosierung ausgeschöpft werden.

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