Ärzte Zeitung, 28.01.2005

PowerKids hilft, Gewicht in den Griff zu bekommen

Selbsttrainigsprogramm für übergewichtige Kinder / Nutzen wurde in einer Befragung bestätigt

MÜNCHEN (sto). Mit PowerKids, einem Selbsttrainingsprogramm für übergewichtige Kinder zwischen acht und zwölf Jahren, läßt sich eine langsame Gewichtsstabilisierung erreichen. "Mit dem Programm werden dicke Kinder nicht schlank", sagte Professor Berthold Koletzko vom Haunerschen Kinderspital in München. "Sie bekommen ihr Gewicht aber in den Griff".

Am PowerKids-Programm, das von Ärzten, Psychologen und Ernährungsexperten der Universitäten in Göttingen, München und London entwickelt wurde, haben in den vergangenen vier Jahren bundesweit 30 000 Kinder teilgenommen. Um festzustellen, welchen Nutzen das Programm hat, wurden im Januar und Juni 2003 insgesamt 400 zufällig ausgewählte PowerKids-Anwender schriftlich befragt.

    Teilnehmer essen kleinere Portionen und naschen auch weniger.
   

Das Ergebnis: Die Teilnahme an dem zwölfwöchigen Programm führt zu teilweise erheblichen Verhaltensänderungen. Statt fettreicher Milchprodukte und Lebensmittel verzehrten die Kinder nun häufiger fettarme Produkte.

Bei Süßigkeiten, die nicht verboten sind, wurde zum Beispiel Sahneeis häufiger durch Fruchteis oder Schokolade öfters durch Fruchtgummis ersetzt, wie Koletzko berichtete, der an der Entwicklung von PowerKids beteiligt war. Der Verzehr von Nougat-Creme, Popcorn und Keksen ging zurück. Statt Marmelade wurde häufiger Honig aufs Brot geschmiert. Und statt Chips und Nüssen wurden mehr Salzstangen gegessen.

Befragt nach ihren Gewohnheiten gaben die Kinder außerdem an, daß sie am Ende des PowerKids-Programms kleinere Portionen verspeisen, seltener einen Nachschlag verlangen, weniger zwischendurch naschen und weniger Fastfood essen.

Die körperlichen Aktivitäten nahmen im Durchschnitt um zwei Stunden pro Woche zu, die sitzende Tätigkeit verringerte sich allerdings nur geringfügig um eine halbe Stunde pro Woche. 46 Prozent gaben an, sich nach Ende des Programms mehr zu bewegen, 23 Prozent treiben nun regelmäßig Sport. Fast ein Drittel der Kinder berichtete, ein größeres Selbstbewußtsein zu haben.

Eine Untersuchung ein Jahr nach Programmende habe zudem ergeben, daß sich der BMI der teilnehmenden Kinder dank der geringeren Fettzufuhr und mehr Bewegung weiter verringert hatte, so Koletzko.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hohes Sterberisiko bei Ausbruch in der Adoleszenz

Wenn sich Typ-1-Diabetes in einem besonders vulnerablen Alter manifestiert, brauchen Betroffene viel Aufmerksamkeit. Sie haben ein hohes Risiko, an Komplikationen zu sterben. mehr »

100 Prozent Zustimmung

Die KBV-Vertreterversammlung präsentiert sich in neuer Einigkeit und richtet die Speere – wieder – nach außen. Klare Kante gegenüber dem Gesetzgeber und den Krankenhäusern. "Wir sind auf Kurs", meldete KBV-Chef Gassen. mehr »

Herz-Kreislauf-Risiko von Anfang an im Blick behalten!

Bei RA-Patienten sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die wichtigste Todesursache. Die aktuellen Therapiealgorithmen zielen nicht zuletzt darauf ab, die Steroidexposition zu begrenzen. mehr »