Ärzte Zeitung, 18.10.2005

Aller Prävention zum Trotz: Deutscher Bauch bleibt dick

Abdominale Adipositas ist Risiko-Indikator für KHK

BERLIN (dru). In Deutschland hält die Fettleibigkeit einen traurigen Rekord: Die abdominale Adipositas ist der größte Risikofaktor zur Entwicklung einer Herz-Kreislauf-Erkrankung.

In Deutschland starben im Jahr 2003 insgesamt 396 622 Einwohner an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Darauf wies vor kurzem beim Weltherztag der Münchner niedergelassene Kardiologe Professor Sigmund Silber hin. Auf einer Veranstaltung der Initiative "Bauchumfang ist Herzenssache" in Berlin berichtete Silber, daß besonders die Adipösen gefährdet sind, bei denen sich das Fett in den inneren Organen des Bauchraums angesammelt hat.

Diese abdominale Adipositas wirkt sich besonders ungünstig auf den Fettstoffwechsel aus, da das Bauchfett ein "hormonproduzierendes Organ" ist, das Auswirkungen auf den Fettstoffwechsel, die Insulinresistenz, den Blutdruck und die Gerinnung hat.

Die Bauchumfangmessung sei deshalb ein guter Ansatz, so Silber weiter, um Risiken zu erkennen. "Wichtig ist es, aus dem großen Feld der Patienten mit mittlerem Risiko diejenigen herauszufinden, die in Wirklichkeit zu den Hochrisikopatienten gehören. Denn jeder zweite Infarkt entfalle auf einen Menschen mit einem errechneten mittleren Risiko", erläuterte Silber.

Die Initiative "Bauchumfang ist Herzenssache" wurde 2005 gegründet. Sie wird unterstützt von der deutschen Lipidliga, der Deutschen Adipositas-Gesellschaft und dem Unternehmen Sanofi-Aventis. Ihr Ziel ist es, das Bewußtsein für die Zusammenhänge von (abdominaler) Adipositas und Angiopathien in der Bevölkerung zu schärfen.

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