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Ärzte Zeitung, 10.01.2006

Risikofaktor Adipositas - erneut belegt

Große prospektive Studie bestätigt, wie stark Herz und Gefäße geschädigt werden

GLASGOW (Rö). Adipositas ist mit einer erhöhten Rate von vielerlei kardiovaskulären Erkrankungen assoziiert. Die hat jetzt eine prospektive Studie über 20 Jahre ergeben.

Für die Renfrew-Paisley-Studie hat Dr. John McMurray vom Western Infirmary in Glasgow Daten von über 15 000 Menschen zwischen 45 und 64 Jahren ausgewertet (European Heart Journal 27, 2006, 96).

Registriert wurden dabei Todesfälle und Klinikbehandlungen wegen kardiovaskulären Symptomatiken. Verglichen mit normalgewichtigen Menschen waren bei Menschen mit Adipositas, also einem Körper-Massen-Index über 30 kg/m2, die Raten kardiovaskulärer Erkrankungen erhöht. Im einzelnen ergab sich:

  • für die koronare Herzerkrankung eine Erhöhung um 60 Prozent,
  • für die Herzinsuffizienz eine Verdoppelung der Rate,
  • für Schlaganfälle eine Erhöhung um 40 Prozent,
  • für Venenthrombosen eine Erhöhung um 230 Prozent und
  • für Vorhofflimmern eine Erhöhung um 75 Prozent.

In absoluten Zahlen bedeutet dies: Bei 100 Männern mit Adipositas sind im Studienzeitraum neun zusätzliche kardiovaskuläre Todesfälle vorgekommen, und 36 Menschen zusätzlich mußten wegen kardiovaskulärer Komplikationen in einer Klinik behandelt werden.

Von 100 Frauen mit Adipositas waren entsprechend im Studienzeitraum sieben zusätzlich an einer kardiovaskulären Erkrankung gestorben, und 28 mußten wegen kardiovaskulärer Ereignisse behandelt werden.

Die multivariable Analyse hat zudem ergeben, daß Adipositas ein unabhängiger kardiovaskulärer Risikofaktor bleibt, wenn Diabetes, Cholesterin und Hypertonie in die Analyse aufgenommen werden.

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