Ärzte Zeitung, 08.02.2006

Gewichtsreduktion kommt auch der Harnblase zugute

Niedrigere Prävalenz der Harninkontinenz bei Frauen

ROCKSVILLE (ob). Übergewichtige Frauen, die ihr Gewicht reduzieren, beugen nicht nur einem Typ-2-Diabetes vor. Sie scheinen zudem seltener mit Problemen einer Harninkontinenz konfrontiert zu sein.

Übergewicht begünstigt die Entwicklung einer Harninkontinenz. Kann Gewichtsreduktion umgekehrt die Blasenfunktion verbessern?

Um diese Frage zu klären, hat eine US-Forschergruppe nun Daten des "Diabetes Prevention Program" (DDP) analysiert. In diesem Studienprojekt sind bei 3234 übergewichtigen Probanden mit gestörter Glukosetoleranz ("Prä-Diabetes") drei Behandlungsstrategien in ihrer Wirkung auf die Neuentwicklung eines Typ-2-Diabetes verglichen worden.

Eine erste Gruppe wurde zu Änderungen ihres Lebensstils (kalorienreduzierte Ernährung, verstärkte körperliche Bewegung) motiviert mit dem Ziel, das Körpergewicht zu reduzierten ("Lifestyle Intervention").

Die zweite Gruppe wurde mit Metformin, die dritte mit Placebo behandelt. Nach den im Jahr 2002 veröffentlichten Daten konnte durch Lebensstiländerungen die Diabetes-Inzidenz nach knapp drei Jahren mehr als halbiert werden. Auch Metformin war - wenn auch in geringerem Maße - präventiv wirksam.

In ihrer neuen Analyse hat die DDP-Gruppe bei den 1957 weiblichen Studienteilnehmern die Häufigkeit von Harninkontinenz-Beschwerden in den drei Behandlungsgruppen untersucht (Diabetes Care, 29: 385-390, 2006). Speziell mit Blick auf die Streßinkontinenz ergaben sich deutliche Unterschiede.

So berichteten in der "Lifestyle"-Gruppe 31 Prozent aller Frauen über Symptome einer Streßinkontinenz. In beiden Vergleichsgruppen war die Prävalenzrate mit 40 Prozent (Metformin) und 37 Prozent (Placebo) deutlich höher. Auf die Häufigkeit von Dranginkontinenz-Beschwerden hatte die Art der Behandlung dagegen keinen Einfluß.

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