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Neues Abnehm-Konzept für dicke Kinder setzt auf Langzeit-Erfolge

FREIBURG (mm). Niedergelassene Mediziner und Reha-Einrichtungen sowie Kassen bieten stark übergewichtigen Kindern und Jugendlichen ein neues Konzept an, die sequentielle Rehabilitation.

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Was bedeutet sequentielle Rehabilitation? Es gibt bei diesem Konzept keine feste 21tägige Verweildauer in einer Reha-Einrichtung mehr, erläuterte Klaus H. Richter vom Vorstand der Barmer bei einem Symposium in Freiburg.

Die Kinder und Jugendlichen erhalten stattdessen mehrere, aber kürzere stationäre Angebote - maximal vier stationäre Phasen in einer dreijährigen Rehabilitation. "So können Dauer und Inhalt der Behandlung individuell an den Patienten angepaßt und vor allem eine enge Kooperation mit den Ärzten am Wohnort und den Therapeuten gepflegt werden", sagt Professor Hans Ruder, Leitender Arzt des ITZ Caritas-Hauses in Freiburg.

In der Reha besteht enger Kontakt zu Familie und Arzt

Seit Anfang 2006 erprobt sein Haus diese spezifische Form der Reha bei Kindern mit Übergewicht. Ruder: "Das Gespräch zwischen der Familie, dem Arzt am Heimatort und der Klinik wird ständig durch Telefon und Internet in Gang gehalten." "Rehabilitation hat Zukunft. Sie muß sich aber von erstarrten Angebotsformen lösen", sagt Barmer-Chef Richter.

Es sei bei übergewichtigen Kindern weder möglich noch wünschenswert, innerhalb von vier bis sechs Wochen das Zielgewicht zu erreichen. Die sequentielle Rehabilitation berücksichtige daher, daß Adipositas eine komplexe und langfristige Erkrankung sei, so Ruder.

Ziel des Projektes sei es auch, Fehleinweisungen in Kliniken zu vermeiden und stattdessen die Familien mit in die Behandlung einzubeziehen. Die jungen Patienten könnten zudem selbst ihre wichtigen Ziele mit Hilfe eines Ampelsystems im Blick behalten. "Grün" steht für Erfolg, "Gelb" markiert die Notwendigkeit, sich des Erlernten verstärkt zu erinnern, und "Rot" signalisiert, daß Hilfe nötig ist, um das Reha-Ziel nicht zu gefährden.

Inzwischen ist jedes fünfte Kind übergewichtig

"Adipositas ist zu einer neuen Seuche geworden", sagte Professor Ottfried Schwab vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin der Uni Freiburg. Mittlerweile sei jedes fünfte Kind übergewichtig, jedes 20. adipös.

Mit der sequentiellen Reha habe man seit 1997 gemeinsam mit dem ITZ Caritas Haus in Feldberg gute Erfahrung bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung) sammeln können, sagte Barmer-Chef Richter. Mehr als 1200 Patienten wurden dort erfolgreich behandelt.

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