Ärzte Zeitung, 21.08.2006

Wer jung dick ist, bekommt eher Diabetes

POTSDAM (ddp). Übergewicht ist bekanntlich ein Risikofaktor für Diabetes. Jetzt haben Forscher des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) herausgefunden, daß auch der Zeitpunkt, an dem die Fettpölsterchen angelegt werden, von Bedeutung ist.

Menschen, die im Alter zwischen 25 und 40 Jahren zwei bis drei Kilogramm zunehmen, haben demnach ein um etwa 25 Prozent erhöhtes Risiko, später an Typ-2-Diabetes zu erkranken, so das DIfE. Das Risiko steige mit dem Umfang der Gewichtszunahme in jungen Jahren.

Kommen mehr als 12 kg zum Normalgewicht hinzu, erhöht sich das Diabetesrisiko bei Männern um das 1,5-fache, bei Frauen sogar um den Faktor 4,3. Nehmen beide Geschlechter erst zwischen 40 und 55 Jahren zu, so erhöht sich das Diabetesrisiko um etwa 11 bis 13 Prozent.

Die Wissenschaftler werteten für die Studie Daten von 10 371 Frauen und 7 720 Männern aus. Innerhalb von sieben Jahren diagnostizierten Ärzte bei 390 Männern und 303 Frauen einen Typ-2-Diabetes. Die Daten wurden im Zuge der EPIC-Studie erhoben, die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Krebs sowie chronischen Erkrankungen aufdecken soll.

"Das einmal zwischen 25 und 40 Jahren erworbene Übergewicht erhöht das Diabetesrisiko im späten Erwachsenenalter, auch wenn es in diesem Lebensabschnitt zu keiner weiteren Gewichtszunahme mehr kommt", sagt Heiner Boeing, Leiter der EPIC-Studie. Zudem bewirke es, daß die Erkrankung um drei bis fünf Jahre früher einsetzt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »

Kollege Computer, übernehmen Sie!

Eine computer-basierte Verhaltenstherapie kann Insomnie-Patienten den Schlaf zurückgeben. Der Erfolg ist ähnlich gut wie durch menschliche Therapeuten, bescheinigt ein kalifornischer Professor. mehr »

Kein frisches Geld in Sicht

Die umfassende Studien-reform soll zunächst ohne zusätzliches Geld auskommen. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt, wie aus dem vertraulichen Papier hervorgeht. mehr »