Ärzte Zeitung, 19.09.2006

KOMMENTAR

Dicke Kinder bringen dicke Probleme

Von Pete Smith

Unsere Kinder werden immer dicker, und die Gesellschaft sieht fast tatenlos dabei zu. Allein in Deutschland gibt es inzwischen fast eine Million adipöse Kinder, Tendenz steigend.

Die Warnungen der Ärzte, die mit den Folgen der dramatischen Entwicklung tagtäglich in ihren Praxen konfrontiert werden, wurden jahrelang in den Wind geschlagen. Viele Politiker beließen es bei Appellen, daß sich die Kinder halt mehr bewegen müssen und vor allem Eltern sowie Lehrer in der Pflicht stünden.

Dabei hat die Politik selbst auf der ganzen Linie versagt. Statt mehr Sportunterricht an Schulen anzubieten, wurden Sportstunden sogar noch gekürzt. Statt den Verkauf von Schokoriegeln und klebrigen Limonaden in den Pausenhallen zu verbieten, überläßt man Konzernen dieses profitable Feld. Statt auf breiter Ebene Interventionsprogramme zu fördern, wurden Zuschüsse gekürzt.

Den Brei müssen am Ende wir alle auslöffeln, und er wird unverdaulich sein. Nicht nur die Folgekosten sind enorm. Betroffen sind ja jene, die in zwanzig Jahren die Hauptlast unserer Gesellschaft schultern sollen. Wenn sie dazu aber selbst zu schwach sind, ist das gesamte soziale Gefüge, auf dem die Gesellschaft fußt, in Gefahr.

Lesen Sie dazu auch:
Adipöse Kinder - Gesundheitsunterricht allein bringt’s nicht!

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