Metabolisches Syndrom? Risiko mit Skala rasch ermittelt

BAIERBRUNN (wst). Dort wo sich ein Missverhältnis zwischen dem Kaloriengehalt der Ernährung und Bewegung etabliert, entwickeln epidemiologischen Studien zufolge 20 bis 40 Prozent der Bevölkerung ein metabolisches Syndrom. Um diese Menschen in der täglichen Praxis einfach und schnell herauszufiltern, hilft ein einfacher Score.

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Übergewicht steht im Zentrum des metabolischen Syndroms. Bei Männern ist ein Bauchumfang über 102 Zentimeter kritisch.

Übergewicht steht im Zentrum des metabolischen Syndroms. Bei Männern ist ein Bauchumfang über 102 Zentimeter kritisch.

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Aussagen zur Häufigkeit des Metabolischen Syndroms und zum Ausmaß der daraus erwachsenden Gesundheitsschäden sind immer noch schwer zu treffen.

Denn nach wie vor sind verschiedene Definitionen des metabolischen Syndroms mit unterschiedlichen Grenzwerten für einzelne Risikofaktoren im Umlauf, sagte Professor Markolf Hanefeld aus Dresden auf einem Symposium der Stiftung "Rufzeichen Gesundheit!" in Baierbrunn bei München. Unstrittig ist, dass das Syndrom, in dessen Zentrum das von Fett- und Zuckerstoffwechselstörungen sowie einem erhöhten Blutdruck begleitete Übergewicht steht, weltweit rasant zunimmt.

Um Patienten mit einem metabolischen Syndrom im Praxisalltag möglichst einfach und schnell heraus zu filtern, verwies Hanefeld auf einen Score: Für die drei Kriterien Bauchumfang über 102 cm bei Männern und 88 cm bei Frauen, einem Blutdruck ab 130/85 mmHg und einem Nüchternblutzucker ab 5,6 mmol/l gibt es jeweils einen Punkt. Insgesamt null oder ein Punkt signalisieren grünes Licht, zwei Punkte bereits ein erhöhtes Risiko. Bei drei Punkten ist mit hoher Sicherheit von einem metabolischen Syndrom auszugehen.

Die Patienten profitieren auch deutlich von einer Medikation.

Um das hohe diabetische und kardiovaskuläre Risiko dieser Patienten zu senken, stehen konsequente Lebensstiländerungen mit Abbau von Übergewicht, einer ausgewogenen Vollwerternährung mit weniger gesättigten und mehr ungesättigten Fettsäuren sowie möglichst viel Bewegung in Alltag und Freizeit bekanntlich an erster Stelle.

Dass die Patienten auch überdurchschnittlich von einer Medikation profitieren können, zeigt etwa eine aktuelle Subanalyse der STOP-NIDDM-Studie (Study TO Prevent Non Insulin-Dependent Diabetes Mellitus) von Hanefeld. Um einen Patienten mit gestörter Glukosetoleranz, aber ohne metabolisches Syndrom in der über dreijährigen Studie vor einem manifesten Diabetes zu bewahren, mussten statistisch 16,5 Patienten langfristig mit Acarbose zur Reduktion postprandialer Blutzuckerspitzen behandelt werden. In der Subgruppe mit gestörter Glukosetoleranz und metabolischem Syndrom war die entsprechende NNT (Number Needed to Treat) mit 5,8 fast auf ein Drittel reduziert.

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