Ärzte Zeitung, 10.03.2009

Adipositas erhöht Sterberisiko ähnlich stark wie Rauchen

Daten von fast 50 000 Männern in Schweden analysiert

STOCKHOLM (eis). Wer schon als 16 bis 19 Jahre alter Jugendlicher dick oder gar adipös ist, hat in den nächsten Jahrzehnten ein ähnlich stark erhöhtes Sterberisiko wie ein Raucher. Das hat jetzt eine schwedische Studie ergeben.

Adipöse Jugendliche haben als mittelalte Erwachsene eine verdoppelte Sterberate.

Foto: Klaro

Für die Untersuchung hatten Forscher vom Karolinska Institut in Stockholm im Jahr 1969/70 Gesundheits-Daten von 49 920 Jugendlichen im mittleren Alter von 18 Jahren bei der Wehrpflichtigen-Musterung gesammelt (BMJ Online first). Die Probanden wurden dann über 38 Jahre weiterverfolgt. In dieser Zeit sind 2897 der Teilnehmer gestorben.

Ergebnis: Im Vergleich zu normalgewichtigen Nichtrauchern hatten dabei Wenig-Raucher (bis zu 10 Zigaretten am Tag) eine um 54 Prozent erhöhte Sterberate. Bei den mäßig Übergewichtigen (BMI zwischen 25 und unter 30) war die Sterberate um 33 Prozent erhöht. Starke Raucher (mehr als 10 Zigaretten am Tag) hatten eine mehr als verdoppelte Sterberate (111 Prozent erhöht), ähnlich stark erhöht war die Sterberate bei Adipösen (114 Prozent). Wenn ein adipöser Mann stark rauchte, war die Sterberate nahezu verfünffacht (374 Prozent erhöht).

Nicht einbezogen in die Untersuchung wurde, ob die jungen Männer im weiteren Leben abspeckten oder sich das Rauchen abgewöhnten. Die Forscher halten es aufgrund anderer Studiendaten für sehr wahrscheinlich, dass auch bei dicken jungen Frauen das Sterberisiko in ähnlichem Maße erhöht ist.

Übergewicht und Rauchen sollten daher in der Gesundheitspolitik als sehr wichtige Ziele präventiver Maßnahmen für Kinder angegangen werden, betonen die Forscher.

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