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Ärzte Zeitung, 28.08.2011

Steuern und Werbeverbote gegen Adipositas

Gegen die weltweite Adipositas-Epidemie gibt es kaum etablierte Konzepte. Forscher schlagen jetzt im "Lancet" Alarm: Fettsucht gehöre dringend auf die Agenda der UN.

Steuern und Werbeverbote gegen Adipositas

Wer als Kind schon zu dick ist, bleibt es meist sein Leben lang.

© begsteiger / imago

LONDON (eis). Mehr als 1,5 Milliarden erwachsene Menschen auf der Welt sind übergewichtig. Hinzu kommen 500 Millionen Fettleibige (BMI über 30) sowie 170 Millionen Kinder, die übergewichtig oder fettleibig sind.

In den USA ist bereits jede dritte Frau adipös. Dort hat krankhafte Fettsucht das Rauchen als größte zu verhindernde Gesundheitsgefahr überholt (Lancet 2011; 378: 804).

Setzt sich der Trend der vergangenen 30 Jahre fort, könnte nach einer Modellrechnung in den USA bis 2030 die Zahl der Adipösen um weitere 65 Millionen anwachsen, was zusätzliche 6 bis 8,5 Millionen Fälle von Diabetes, 5,7 bis 7,3 Millionen Herzerkrankungen und Schlaganfälle sowie 490.000 bis 670.000 Krebserkrankungen zur Folge hätte.

Die Therapiekosten für diese präventablen Krankheiten würden im US- Gesundheitssystem mit zusätzlichen 48 bis 66 Milliarden US-Dollar zu Buche schlagen. Prävention ist also gefragt. So könnte die Abnahme der BMI-Prävalenz bis 2020 um nur 1 Prozent in den USA 2,4 Millionen Diabeteserkrankungen verhindern.

Bisher ist es jedoch in keinem Land der Welt gelungen, die Zunahme von Adipositas in der Bevölkerung zu stoppen. Der einzelne Mensch hat dabei weit weniger Einfluss auf sein Körpergewicht als vielleicht vermutet, betont Professor David King aus Oxford.

Triebkraft der Adipositas-Epidemie sei weniger Faulheit oder Völlerei als ein Adipositas-förderndes Lebensumfeld.

Gerade hier sehen die Forscher Möglichkeiten einzugreifen. Regierungen sollten etwa Zusatzsteuern ähnlich wie bei Zigaretten auf ungesunde Lebensmittel wie gezuckerte Softdrinks erheben, fordert Professor Steven Gortmaker von der Harvard School of Public Health.

Außerdem müsse, ähnlich wie beim Rauchen, die Werbung für ungesundes Essen kontrolliert werden - vor allem, um Kinder zu schützen, so Gortmaker.

Die UN sollten eine Rahmenkonvention zur Kontrolle von Fettleibigkeit herausbringen, fordern die Forscher. Bei einem Treffen der UN im September müsse das Thema dringend diskutiert werden.

[30.08.2011, 11:07:09]
Dr. Joachim Malinowski 
Die einen zu fett, die anderen verhungern...
Es ist einfach unglaublich! Das soll man mal einem "Außeriridischen" plausibel erklären:
da verhungern oder sind dem Hungertode nahe ca. 1 Milliarde Menschen auf dem Planeten Erde...
Auf der anderen Seite haben wir auf der Erde mehr als 2 Milliarden Übergewichtige mit entsprechenden medizinischen Problemen, Tendenz steigend.

Wie wäre es, wenn man auf der einen Seite reduziert und die Ersparnisse der hungernden Gruppe gibt?

Geht nicht so einfach? Dann soll man sich doch endlich mal etwas einfallen lassen.

Nichts auf der Welt ist primär einfach, aber man muss sich endlich um Lösungen des Problems bemühen und auch umsetzen. Dieser Zustand in unserer Gesellschaft ist doch einfach nur noch krank.

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[29.08.2011, 19:37:49]
Dr. Christoph Luyken 
mit Zuckersteuer mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen
Es ist an der Zeit, Zucker als "potentiell gesundheitschädliches Genußmittel" einzustufen und nicht mehr als Nahrungsmittel! Schon zu Zeiten des Finanzministers Eichel (also Ära Schröder)hat eine Berechnung ergeben, daß eine Zuckersteuer von moderaten 3€/kg 7 Milliarden Euro einbringen würde (sofern der Konsum so hoch bliebe). Ziel soll natürlich sein, den menschlichen Zuckerkonsum zu reduzieren. Eine Zuckersteuer gilt allerdings bisher als Tabuthema, nicht nur wegen der starken Lobby der Zuckerindustrie, sondern auch aus Sorge um die auf die Zuckerrübe spezialisierten Bauern. Diesen könnte geholfen werden, wenn der heimisch erzeugte Zucker in die Bio-Aethanol-Produktion gegeben würde.  zum Beitrag »

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