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Magen-Bypass bringt die ganze Familie zum Abspecken

Ein Magen-Bypass nützt nicht nur dem Operierten: Auch die meist viel zu dicken Familienangehörigen verlieren nach der Operation zum Teil kräftig die Pfunde.

Von Thomas Müller Veröffentlicht:
Schwere Adipositas: Wird Patienten ein Magen-Bypass gelegt, nehmen daraufhin auch die Angehörigen des Operierten ab, zeigte eine US-Studie.

Schwere Adipositas: Wird Patienten ein Magen-Bypass gelegt, nehmen daraufhin auch die Angehörigen des Operierten ab, zeigte eine US-Studie.

© Prof. Rudolf Weiner

PALO ALTO. Wenn einer in der Familie dick ist, sind es oft auch die anderen: Adipositas wird inzwischen als Familienproblem angesehen, weil die schlechten Lebens- und Ernährungsgewohnheiten, die zu extremem Übergewicht führen, meist bei allen Familienmitgliedern anzutreffen sind.

Ein US-Chirurgenteam um Dr. Gavitt A. Woodard von der Stanford University in Palo Alto hat nun untersucht, ob auch der Umkehrschluss zulässig ist, also ob auch die anderen in der Familie dünner werden, wenn einer es schafft, durch einen Magen-Bypass ordentlich abzuspecken (Arch Surg 2011; 146: 1185-1190).

35 Familien mit 85 Menschen untersucht

Insgesamt untersuchten die US-amerikanischen Ärzte 35 Familien mit zusammen 85 Personen. Jeweils ein Erwachsener in der Familie erhielt einen Magen-Bypass.

Vor dieser Operation wogen die Patienten im Schnitt 135 kg, ihre Partner, die zu 60 Prozent ebenfalls adipös waren, brachten 100 kg auf die Waage.

Rund 45 kg durch Magen-Bypass nach einem Jahr abgenommen

Ein Jahr nach der Operation hatten die Patienten durch den Magen-Bypass 45 kg an Gewicht abgenommen, aber auch ihre Partner waren leichter geworden - im Schnitt um 10 kg.

Die 15 Kinder der Familien nahmen wachstumsbedingt zwar weiter an Gewicht zu, aber nicht so stark wie erwartet. So wäre ein Jahr nach der Operation des Elternteils ein durchschnittlicher BMI (Body Mass Index) von 27 kg / m2 zu erwarten gewesen, tatsächlich lag der BMI aber nur bei 26,3 kg / m2.

Fragebögen zu Ess- und Lebensgewohnheiten ausgewertet

Um die Gründe für den Gewichtsverlust bei den nicht operierten Familienmitgliedern aufzuspüren, werteten die Ärzte auch Fragebögen zu den Ess- und Lebensgewohnheiten aus. So wird den operierten Adipösen dringend geraten, ihren Lebensstil zu ändern. Das taten sie auch:

Der Fernsehkonsum ging von 3,7 auf 2,5 Stunden pro Tag zurück, sie tranken praktisch keinen Alkohol mehr, schliefen besser und bewegten sich etwas häufiger, wodurch der Kalorienbedarf um ein Viertel zunahm.

Partner passen sich an

Ähnliches war auch bei den Partnern zu beobachten: Sie schauten zwar noch genau so lange fern wie zuvor, bewegten sich aber deutlich mehr, wodurch sich ihr Kalorienbedarf sogar verdoppelte.

Sie verzichteten ebenfalls fast komplett auf Alkohol und berichteten - wie die Operierten - deutlich seltener von unkontrollierbaren Essattacken.

Auf Kinder abgefärbt

Dieses Verhalten färbte auf die Kinder ab, von denen etwa 70 Prozent adipös waren: Die Zeit vor dem Fernseher nahm von 2,8 auf 2,4 Stunden am Tag ab, die vor dem Computer von 2,5 auf 1,9 Stunden. Dafür waren die Kinder körperlich aktiver - ihr gewichtsbezogener Kalorienbedarf nahm um 73 Prozent zu.

Die Daten der Studie zeigten, dass die drastischen Lebensstiländerungen nach einem Magen-Bypass auch den anderen, größtenteils adipösen Familienmitgliedern zugute kommen, so die Studienautoren.

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