Beim Abnehmen auf Eiweiß achten

Es gibt jede Menge Theorien, wie man erfolgreich abnimmt. Viele Tipps handeln davon, was man essen soll und was auf keinen Fall. US-Forscher folgern aus einer neuen Studie, wie es mit dem Abnehmen klappt und warum es wichtig ist, auf ausreichend Proteine zu achten.

Veröffentlicht:
Proteinarme Kost fördert den Abbau von Muskeln.

Proteinarme Kost fördert den Abbau von Muskeln.

© olly / Fotolia.com

BATON ROUGE (eis). Wer zu viel isst, wird fett. Dabei ist egal, ob man viel Eiweiß, Kohlenhydrate oder Fett verzehrt. Abspecken kann man daher durch eine Diät nur, wenn man hypokalorisch isst, folgern US-Forscher im Umkehrschluss. Dabei ist auf ausreichend Proteine zu achten.

Die Forscher vom Pennington Biomedical Research Center in Baton Rouge haben untersucht, wie sich das Körpergewicht bei übermäßiger Kost verändert (JAMA 2012; 307: 47). Dazu wurden 25 gesunde Probanden über acht Wochen mit täglich etwa 950 Überschuss-Kalorien gemästet.

Die Extrakalorien wurden dabei entweder als proteinarme (5 Prozent Proteine), proteinnormale (15 Prozent) oder proteinreiche Kost (26 Prozent) gegeben. Der Anteil von Kohlenhydraten in der Kost betrug in allen Gruppen 41 Prozent, der Fettanteil variierte.

Mit ausreichend Eiweiß steigen Ruheumsatz und Magermasse

Ergebnis: Alle Probanden nahmen im Mittel 3,5 kg an Körperfett zu, unabhängig davon, wie viel Protein ihre Ernährung enthielt. Die Badezimmerwaage kam dabei allerdings zu ganz anderen Ergebnissen: Unter proteinarmer Kost nahmen die Probanden mit 3,16 kg am wenigsten zu im Vergleich zu proteinnormaler (6,05 kg) und proteinreicher Kost (6,51 kg).

Dabei zeigte sich, dass unter proteinnormaler und proteinreicher Kost sich sowohl der Ruheumsatz (täglich plus 160 und 227 kcal) als auch die Magermasse (Muskel- und Organmasse) erhöhte (2,9 und 3,2 kg).

Was folgt daraus? Fokus von Abspeck-Programmen sollte die Reduktion von Körperfett und nicht einfach nur Gewichtsabnahme sein, heißt es in einem Editorial zur Studie (JAMA 2012; 307: 86). Und beim Abspecken ist - abgesehen von Proteinen - die Art der Diät zweitrangig: Es muss die Kalorien-Aufnahme reduziert werden.

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Evolution der Therapiesteuerung

Diabetesmanagement: Das Ende des HbA1c-Werts?

Metaanalyse von randomisierten Studien

Wie verändern GLP-1-Rezeptoragonisten das Krebsrisiko?

Kommentare
Christoph Polanski 11.01.201220:03 Uhr

Die Wahrheit - Energiebilanz


"Wer zu viel isst, wird fett. Dabei ist egal, ob man viel Eiweiß, Kohlenhydrate oder Fett verzehrt. Abspecken kann man daher durch eine Diät nur, wenn man hypokalorisch isst,... - dazu braucht man US-Forscher

Man braucht keine Studien über Gewichtszunahme, unsinnige Diäten und Gewichtsreduktion mehr. Es gibt keine Wundermittel, kein Fettverbrennungspuls und keine speziellen Trainingsmethoden.
Wer abspecken will, muss sein fetten A... bewegen.
Die Energiebilanz und nicht was und wieviel man ißt entscheidet über Körperfett!

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Evolution der Therapiesteuerung

Diabetesmanagement: Das Ende des HbA1c-Werts?

Lesetipps
Ein Hausarzt lädt in seiner Praxis Dokumente in eine elektronische Patientenakte

© Daniel Karmann/dpa

Stichtage rücken näher

Warum es sich für Praxen lohnt, vor dem 1. Oktober in die ePA einzusteigen

Rezeptunterschrift? Immer eigenhändig. Immer!

© detailblick-foto / stock.adobe.com

Bundessozialgericht

Rezeptunterschrift gestempelt: Internist drohen 1,24 Millionen Euro Regress