Direkt zum Inhaltsbereich

Mit den Pfunden schwindet die Entzündung

Der Abbau von Übergewicht kann entzündliche Prozesse eindämmen - und auf diesem Weg möglicherweise auch das Krebsrisiko senken.

Von Beate Schumacher Veröffentlicht:
5 Prozent weniger Gewicht durch Diät und Sport hat bei Übergewichtigen verminderte Entzündungsmarker zur Folge.

5 Prozent weniger Gewicht durch Diät und Sport hat bei Übergewichtigen verminderte Entzündungsmarker zur Folge.

© Elzbieta Sekowska / shutterstock.com

SEATTLE. Übergewichtige oder adipöse postmenopausale Frauen, die mindestens 5 Prozent ihres Gewichtes abnehmen, reduzieren einer randomisierten Studie zufolge ihren hsCRP-Wert um die Hälfte (Cancer Res 2012; 72(9); 2314-2326).

An der Studie beteiligten sich 439 Frauen, die entweder eine kalorienreduzierte Diät befolgten oder regelmäßig Sport trieben oder Diät- plus Sportprogramm absolvierten oder keine Intervention erhalten hatten.

Im Vergleich zu der Kontrollgruppe waren sie nach zwölf Monaten um 8,5 Prozent, 2,4 Prozent beziehungsweise 10,8 Prozent leichter.

Sowohl in der Diät- als auch in der Diät-plus-Sport-Gruppe waren die meisten der gemessenen Entzündungsmarker signifikant zurückgegangen. Die hsCRP-Werte lagen im Mittel um 36,1 Prozent und 41,7 Prozent, die Interleukin-6-Spiegel um 23,1 Prozent und 24,3 Prozent niedriger als in der Kontrollgruppe.

Sport plus Diät

Auch die Neutrophilen hatten in beiden Diätgruppen abgenommen; Serum-Amyloid und Leukozytenzahl waren nur mit Diät plus Sport gesunken.

Allerdings hatten die Interventionen nur dann eine verminderte Entzündung zur Folge, wenn die Frauen mindestens 5 Prozent ihres Gewichts verloren hatten.

Dagegen veränderten sich die Entzündungsmarker nicht bei Frauen, die nur Sport, aber keine Diät gemacht hatten.

Die Studienautoren betonen, dass schon eine mäßige Gewichtsreduktion genügt, um einen deutlichen Rückgang klinisch relevanter Entzündungsmarker zu erzielen. Mit der Entzündung, so ihre Einschätzung, könnte auch das Krebsrisiko zurückgehen.

Chronische Entzündungen fördern nämlich ebenso wie Übergewicht die Entstehung von Krebserkrankungen. Antiinflammatorische Medikamente wie NSAR und ASS können das Risiko zwar mindern, sind aber mit Nebenwirkungen belastet. Der Abbau überzähliger Kilos könnte eine gute Alternative sein.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Fettleibigkeit beginnt im Gehirn

Adipositas: Wechselspiel zwischen Genetik, Hirn und Mikrobiom

Nur ein Übergangszustand

Metabolisch unauffällige Adipositas wohl nicht gutartig

Risikogruppen bei Prädiabetes

Wem nützt die bariatrische Chirurgie am meisten?

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG
Abb. 1: Aktuelle explorative Ad-hoc-Analysen der Studien SPOTLIGHT und GLOW: mOS vor und nach Zensierung†

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

CLDN18.2+, HER2− Adenokarzinom des Magens/gastroösophagealen Übergangs

Mit optimiertem Therapiemanagement den Behandlungserfolg mit Zolbetuximab unterstützen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Astellas Pharma GmbH, München

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

„ÄrzteTag“-Podcast

Wie kommuniziert man Zahlen und Risiken verständlich, Dr. Lühnen?

Medizin aus dem Kochtopf

Wie Ernährung die altersbedingte Makuladegeneration beeinflusst

Lesetipps
Schatten eines übergewichtigen Menschen an einer Wand.

© Luluraschi / stock.adobe.com

Fettleibigkeit beginnt im Gehirn

Adipositas: Wechselspiel zwischen Genetik, Hirn und Mikrobiom

Fußballfans im Stadion jubeln.

© Jacob Lund / stock.adobe.com

Anpfiff fürs Herzrasen

Gefährlich emotional: Wenn Fußball aufs Herz geht