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Risiko Nierenversagen

Das dicke, junge Problem

Wer mit 17 dick ist, hat viele Probleme. Eins davon ist das Risiko für terminales Nierenversagen. Es ist binnen 25 Jahren dreifach erhöht.

Von Dr. Christine Starostzik Veröffentlicht:
Nach den Ergebnissen der Studie war bei Übergewicht die Rate von Nierenversagen verdreifacht, bei Adipositas versiebenfacht.

Nach den Ergebnissen der Studie war bei Übergewicht die Rate von Nierenversagen verdreifacht, bei Adipositas versiebenfacht.

© Ralf Hirschberger / dpa

TEL HASHOMER. Inwieweit steigert Bauchspeck das Risiko, irgendwann von Dialyse oder einer Spenderniere abhängig zu sein?

Forscher um Dr. Asaf Vivante vom medizinischen Korps der israelischen Armee haben dazu eine retrospektive Kohortenstudie gemacht (Arch Intern Med 2012; online 29. Oktober).

Verglichen wurden Musterungs-Daten (1967 bis 1997) bei 1,2 Millionen 17-Jährigen mit Daten des Landesregisters für terminale Niereninsuffizienz (ESRD, end-stage renal disease).

Bei der Musterung waren 7,4 Prozent der jungen Männer übergewichtig und 2,9 Prozent adipös, von den jungen Frauen 8,9 und 2,0 Prozent. Binnen 30,5 Millionen Personenjahren (PJ) entwickelten 874 der Teilnehmer eine terminale Niereninsuffizienz: 713 Männer und 161 Frauen (2,87/100.000 PJ).

Wurden Geschlecht, Herkunft, Blutdruck und Zeitpunkt der Aufnahme in die Studie berücksichtigt, ergab sich bei Übergewicht ein etwa dreifaches Risiko für terminale Niereninsuffizienz. Bei Adipositas lag das Risiko, im Vergleich mit Normalgewichtigen, fast siebenmal höher.

Keine Unterschiede zwischen Frau und Mann

Die Nierenerkrankung stand dabei nicht immer im Zusammenhang mit einem Diabetes. Zwar fand sich die diabetische ESRD bei den dicken Männern und Frauen sechsmal und bei adipösen sogar 19-mal häufiger als bei den schlanken.

Mehr noch: Selbst wenn sich der BMI im Normbereich bewegte, stieg das Risiko für diabetische ESRD mit steigenden BMI-Werten. Aber auch das Risiko für eine nicht diabetische ESRD war gegenüber Normalgewichtigen erhöht: bei Übergewicht 2,2-fach, bei Adipositas 3,4-fach.

Ein erhöhter BMI bei Jugendlichen kann als Risikofaktor für eine terminale Niereninsuffizienz sowohl mit als auch ohne Diabeteserkrankung gelten, so das Fazit der Forscher.

Es tragen dabei offenbar auch diabetesunabhängige Prozesse zur Entwicklung einer chronischen Nierenerkrankung und einer terminalen Niereninsuffizienz bei übergewichtigen Menschen bei.

Im Gegensatz zu einigen früheren Studien waren in dieser Untersuchung keine wesentlichen Risikounterschiede zwischen Männern und Frauen zu erkennen. Untergewichtige Jugendliche hatten zudem etwa das gleiche Risiko für Nierenversagen wie normalgewichtige.

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