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Schwer gefährlich

Normalgewicht und trotzdem fett

Hoher BMI, hohes Sterberisiko bei KHK? So einfach ist es nicht, wie eine neue Studie zeigt: Denn manche Risiko-Patienten fallen schlicht durch das BMI-Raster.

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Schlank ist anders.

Schlank ist anders.

© anoli / fotolia.com

ROCHESTER. Wenn es um das Körperfett als Risikofaktor bei KHK-Patienten geht, sollte zur Abschätzung des Mortalitätsrisikos zusätzlich zum Body-Mass-Index (BMI) stets eine Messung des abdominellen Fetts herangezogen werden, empfiehlt eine internationale Forschergruppe um Dr. Thais Coutinho aus Rochester.

Diese Empfehlung basiert auf Ergebnissen einer Analyse von Daten aus fünf Studien, an denen insgesamt 15.547 KHK-Patienten beteiligt waren. Im Zeitraum der Nachbeobachtung von im Mittel 4,7 Jahren starben 4699 Studienteilnehmer (J Am Coll Cardiol 2013; 61(5): 553).

Die Forscher analysierten das Sterberisiko in Abhängigkeit sowohl vom BMI als auch vom Taille-Hüft-Quotienten (waist to hip ratio, WHR) oder Bauchumfang als Maß für das abdominelle Fettgewebe.

Das höchste Sterberisiko hatten jene KHK-Patienten, die anhand des BMI als normalgewichtig klassifiziert wurden, anhand von WHR oder Bauchumfang aber zugleich ein Übermaß an Bauchfett bescheinigt bekamen.

So war die Sterberate bei normalgewichtigen KHK-Patienten mit einem BMI von 22 kg/m² und einer WHR von 0,98 um etwa 60 Prozent höher als bei Patienten, deren BMI mit 30 kg/m² zwar Fettleibigkeit signalisierte, deren WHR aber bei 0,89 lag und somit einen normalen abdominellen Fettanteil anzeigte.

Paradoxon gelöst?

Bei identischem BMI von 22 kg/m² hatten Personen mit vermehrtem abdominellen Fett - je nachdem, ob Bauchumfang oder WHR Maßstab war - ein um zehn bis 17 Prozent höheres Sterberisiko als Personen ohne Fettansatz im Bauchbereich.

In jüngster Zeit ist häufig vom "Adipositas-Paradoxon" als Phänomen die Rede. Es besagt, dass Fettleibigkeit einerseits mit zahlreichen anderen Risikofaktoren assoziiert ist und für eine niedrigere Lebenserwartung prädestiniert.

Andererseits scheinen sich Übergewicht und Adipositas, gemessen im BMI, zumindest bei bestehenden Erkrankungen wie Herzinsuffizienz, aber auch KHK, eher günstig auf das Überleben auszuwirken.

Coutinho und ihre Kollegen erinnern aber daran, dass der BMI vor allem bei KHK-Patienten ein schlechter "Diskriminator" ist, wenn es darum geht, zwischen Körperfett und sogenannter Magermasse (lean body mass) als annäherndes Maß für die Muskelmasse zu unterscheiden.

Komme dagegen die stammbetonte oder zentrale Adipositas ins Spiel, verschwinde das Paradoxon. Gezeigt wurde, dass Parameter der abdominellen Adipositas wie Bauchumfang oder WHR - anders als der BMI - bei KHK-Patienten direkt mit der Mortalität assoziiert sind. (ob)

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