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Ärzte Zeitung, 15.04.2015

Atherosklerose

Gefahr für adipöse Kinder

Übergewichtige Kinder haben bereits überhöhte Blutdruckwerte sowie Gefäßveränderungen, die auf die Frühform einer Atherosklerose hindeuten.

Von Katharina Grzegorek

Gefahr für adipöse Kinder

Adipositas hinterlässt bereits im Kindesalter ihre Spuren an den Gefäßen.

© olegmalyshev / fotolia.com

MANNHEIM. Dass die Blutdruckwerte von Kindern mit Übergewicht oder Adipositas erhöht sind, ist schon in zahlreichen Studien nachgewiesen worden.

Diese Daten basierten jedoch auf Einzelmessungen und seien somit nur eingeschränkt verwertbar, stellen Privatdozentin Dr. Sandra Erbs und ihre Kollegen von der Klinik für Innere Medizin der Universität Leipzig fest.

Auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) in Mannheim präsentierten sie ihre Untersuchung, deren Ziel es war, Unterschiede im 24-Stunden-Blutdruckprofil von adipösen und normalgewichtigen Kindern zu erfassen.

Bei den 106 adipösen und 71 normalgewichtigen Kindern wurde außer der Blutdruckmessung auch ein oraler Glukosetoleranztest (oGTT) durchgeführt. Außerdem wurde die Intima-Media-Dicke der Arteria carotis communis sowie die periphere Endothelfunktion gemessen.

In Blutproben bestimmten die Forscher Parameter der endogenen Regeneration und der Inflammation.

Durchschnitt 8,2 mmHg

Im Vergleich zu Normalgewichtigen war der mittlere systolische Blutdruck in der Gruppe der adipösen Kinder höher; im Durchschnitt um 8,2 mmHg. Auch die Endothelfunktion war bei adipösen Kindern signifikant eingeschränkt.

Pathologische Veränderungen in der Intima-Media-Dicke gaben zudem Hinweise auf beginnende Gefäßveränderungen (0,043 6 0,001 mm bei Adipositas im Vergleich zu 0,033 6 0,001 mm bei Normalgewicht).

Die Anzahl im Blut zirkulierender endothelialer Progenitorzellen war bei den adipösen Kindern reduziert. Dies deute auf eine eingeschränkte endogene Regenerationskapazität hin, so die Studienautoren.

BMI SDS im Blick

Die kardiovaskulären Parameter korrelierten signifikant mit dem BMI SDS. Der BMI SDS (Standard Deviation Score)-Wert macht deutlich, inwiefern der individuelle BMI vom durchschnittlichen alters- und geschlechtsabhängigen BMI abweicht.

Außerdem korrelierten die kardiovaskulären Parameter auch mit den metabolischen Parametern, wie der 2-Stunden-Glukose im oGTT, dem Lipidstatus sowie den inflammatorischen Markern (CRP, Leukozytenzahl, oxidativer Stress).

In der multivariaten Analyse ließ sich der BMI SDS als stärkster unabhängiger Prädiktor für Veränderungen des Blutdruckes, der Endothelfunktion sowie der Intima-Media-Dicke nachweisen.

Neben den höheren Blutdruckwerten in der 24-Stunden-Messung und den metabolischen Veränderungen wiesen adipöse Kinder ausgeprägtere funktionelle und strukturelle Gefäßveränderungen auf, die als Frühform einer generalisierten Atherosklerose interpretiert werden müssen, schlussfolgern die Studienautoren.

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