Atherosklerose

Gefahr für adipöse Kinder

Übergewichtige Kinder haben bereits überhöhte Blutdruckwerte sowie Gefäßveränderungen, die auf die Frühform einer Atherosklerose hindeuten.

Katharina GrzegorekVon Katharina Grzegorek Veröffentlicht:
Adipositas hinterlässt bereits im Kindesalter ihre Spuren an den Gefäßen.

Adipositas hinterlässt bereits im Kindesalter ihre Spuren an den Gefäßen.

© olegmalyshev / fotolia.com

MANNHEIM. Dass die Blutdruckwerte von Kindern mit Übergewicht oder Adipositas erhöht sind, ist schon in zahlreichen Studien nachgewiesen worden.

Diese Daten basierten jedoch auf Einzelmessungen und seien somit nur eingeschränkt verwertbar, stellen Privatdozentin Dr. Sandra Erbs und ihre Kollegen von der Klinik für Innere Medizin der Universität Leipzig fest.

Auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) in Mannheim präsentierten sie ihre Untersuchung, deren Ziel es war, Unterschiede im 24-Stunden-Blutdruckprofil von adipösen und normalgewichtigen Kindern zu erfassen.

Bei den 106 adipösen und 71 normalgewichtigen Kindern wurde außer der Blutdruckmessung auch ein oraler Glukosetoleranztest (oGTT) durchgeführt. Außerdem wurde die Intima-Media-Dicke der Arteria carotis communis sowie die periphere Endothelfunktion gemessen.

In Blutproben bestimmten die Forscher Parameter der endogenen Regeneration und der Inflammation.

Durchschnitt 8,2 mmHg

Im Vergleich zu Normalgewichtigen war der mittlere systolische Blutdruck in der Gruppe der adipösen Kinder höher; im Durchschnitt um 8,2 mmHg. Auch die Endothelfunktion war bei adipösen Kindern signifikant eingeschränkt.

Pathologische Veränderungen in der Intima-Media-Dicke gaben zudem Hinweise auf beginnende Gefäßveränderungen (0,043 ± 0,001 mm bei Adipositas im Vergleich zu 0,033 ± 0,001 mm bei Normalgewicht).

Die Anzahl im Blut zirkulierender endothelialer Progenitorzellen war bei den adipösen Kindern reduziert. Dies deute auf eine eingeschränkte endogene Regenerationskapazität hin, so die Studienautoren.

BMI SDS im Blick

Die kardiovaskulären Parameter korrelierten signifikant mit dem BMI SDS. Der BMI SDS (Standard Deviation Score)-Wert macht deutlich, inwiefern der individuelle BMI vom durchschnittlichen alters- und geschlechtsabhängigen BMI abweicht.

Außerdem korrelierten die kardiovaskulären Parameter auch mit den metabolischen Parametern, wie der 2-Stunden-Glukose im oGTT, dem Lipidstatus sowie den inflammatorischen Markern (CRP, Leukozytenzahl, oxidativer Stress).

In der multivariaten Analyse ließ sich der BMI SDS als stärkster unabhängiger Prädiktor für Veränderungen des Blutdruckes, der Endothelfunktion sowie der Intima-Media-Dicke nachweisen.

Neben den höheren Blutdruckwerten in der 24-Stunden-Messung und den metabolischen Veränderungen wiesen adipöse Kinder ausgeprägtere funktionelle und strukturelle Gefäßveränderungen auf, die als Frühform einer generalisierten Atherosklerose interpretiert werden müssen, schlussfolgern die Studienautoren.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1-- Zeit bis zum ersten Ereignis (Tod durch jegliche Ursache oder kardiovaskuläres Ereignisb) in der Gesamtpopulation (a) bzw. in der Monotherapie-Population (b).

© Springer Medizin Verlag

Mit Vutrisiran früh kausal behandeln

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Einsatz im Kriegsgebiet

Essener HNO-Ärztin hilft Menschen im Iran via Telemedizin

Herzchirurg mit Installateurfirma

Das Doppelleben des Dr. Jean-Philippe Grimaud: Arzt und Klempner

Lesetipps
Endoskopische Auffälligkeiten bei der Colitis ulcerosa

© Gastrolab / Science Photo Library

Interview

Das ist neu in der S3-Leitlinie Colitis ulcerosa

Was bringt die Messung von Lipoprotein(a)?

© Gina Sanders / stock.adobe.com

Pro & Contra

Was bringt die Messung von Lipoprotein(a)?