Ärzte Zeitung, 29.05.2015

Forschung

Fettverbrennung ankurbeln mit Lungenarznei?

Mit einem neuen Wirkstoff verwandeln Forscher bei Mäusen weiße Fettzellen in braune.

BONN. Einem Forscherteam unter Federführung der Universität Bonn ist es gelungen, mit einem neuen Medikament weiße Fettzellen in braune zu verwandeln, die ja überschüssige Energie verbrennen. Wurden übergewichtige Mäuse mit dem Wirkstoff behandelt, verloren sie an Gewicht, heißt es in einer Mittelung der Uni Bonn.

Den neuartigen Weg, braunes Fett anzukurbeln und auch weißes Fett zu "bräunen", hat das Team um Professor Alexander Pfeifer, Direktor des Instituts für Pharmakologie und Toxikologie der Uni Bonn herausgefunden (Nat Commun 2015; online 26. Mai).

"In früheren Studien haben wir bereits im Tiermodell nachgewiesen, dass der Botenstoff cGMP die Bräunung der weißen Fettzellen fördert", wird Pfeifer in der Mitteilung zitiert. Wie lässt sich aber im Organismus der cGMP-Spiegel erhöhen, um die Fettverbrennung anzukurbeln?

Als neuen Ansatzpunkt griffen die Forscher nun auf eine neue Substanz (BAY-41-8543) zurück: Ein strukturell sehr ähnlicher Wirkstoff wird gegen pulmonale Hypertonie eingesetzt, er weitet die Blutgefäße und senkt so den Blutdruck in der Lunge. Die Wirkung beruht auf dem Schlüsselbotenstoff cGMP, der auch mit der Fettumwandlung zusammenhängt, heißt es weiter.

Die Forscher mischten den Wirkstoff stark übergewichtigen Mäusen ins Futter: Daraufhin nahm die Masse des weißen Fettgewebes in den Tieren ab und die Zahl brauner Fettzellen zu.

"Nach sechs Wochen haben die mit dem Medikament behandelten Mäuse zwölf Prozent an Gewicht verloren", fasst Pfeifer das Resultat zusammen. (eb)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Mehr Metastasen

Immer mehr Männer mit Prostatakrebs in den USA haben schon bei der Diagnose Metastasen. Ihr Anteil hat sich fast verdoppelt. Auch die Inzidenz solcher Tumoren nimmt zu. mehr »

Deutsches Defizit

Diabetes-Prävention, Strategien gegen Polypharmazie, digitale Versorgungsangebote: Neue Initiativen gibt es zuhauf. Doch Patienten müssen davon wissen. Genauo daran hapert es aber. mehr »

"Einfache Ersttherapie ist für fast alle Patienten möglich"

Die antiretrovirale Therapie ist bei neu diagnostizierter HIV-Infektion stets angezeigt, und zwar unabhängig vom Stadium der Infektion oder der Helferzellzahl. mehr »