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Diätversprechen unter der Lupe

Weniger Fett heißt nicht weniger Pfunde

Ist Low Fat oder eher Low Carb der Königsweg zum Traumgewicht? Eine neue Metaanalyse bringt jetzt zumindest eine Erkenntnis: Welche Diät auch immer - die meisten Esser haben sie bald wieder satt.

Dr. Robert BublakVon Dr. Robert Bublak Veröffentlicht:
Welche Diät führt am leichtesten zum Wunschgewicht? Das bleibt umstritten.

Welche Diät führt am leichtesten zum Wunschgewicht? Das bleibt umstritten.

© photos.com

BOSTON. Mit der Durchschnittsmasse des Durchschnittsbürgers nimmt auch das Interesse an Methoden zu, diese Masse in der Gesundheit zuträgliche Bereiche zu senken. Lang ist die Liste der verschiedenen Diäten, die zu diesem Zweck verschrieben werden, erheblich kürzer die Geschichte ihrer Erfolge.

Wo sich viel Fett auf die Rippen gelegt hat, sollte wenig Fett konsumiert werden - das klingt zunächst plausibel. An entsprechenden Low-Fat-Diäten herrscht ebenso wenig ein Mangel wie an Untersuchungen, in denen ihren Effekten nachgegangen wurde.

Keine Vorteile bei Low-Fat-Diät

Deirdre Tobias vom Ernährungsinstitut der Harvard-Universität in Boston hat zusammen mit einer Gruppe von Kollegen 53 Ernährungsstudien in randomisiert-kontrolliertem Design daraufhin analysiert, ob Patienten unter Low-Fat-Diäten (Kalorienanteil aus Fett 10 bis 30 Prozent oder weniger) mehr Gewicht verlieren als mit anderen, fettigeren Essensvorschriften (wozu auch das Beibehalten der üblichen Ernährungsweise gehörte).

Alle untersuchten Interventionen dauerten mindestens ein Jahr (Lancet Diabetes Endocrinol 2015; online 30. Oktober).

Das Ergebnis lässt sich bündig fassen: "Wie sich eine Low-Fat-Diät langfristig auf die Gewichtsreduktion ausgewirkt hat, hing in den Studien davon ab, wie intensiv sich die Bemühungen in der jeweiligen Vergleichsgruppe gestaltet haben", schreiben Tobias und Kollegen. Bei gleicher Anstrengung sei kein Grund erkennbar gewesen, Low-Fat-Diäten den Vorzug zu geben.

Verglichen mit fetthaltigeren Diäten führten die Low-Fat-Rezepte nach einem Jahr nur zu einem zusätzlichen Gewichtsverlust von 360 Gramm. Statistisch war das irrelevant. Nur im Vergleich mit der Diät "Weiteressen wie bisher" war ein signifikanter Vorteil von 5,4 kg zu verzeichnen.

Low-Carb-Diät schneidet besser ab

Wurden Low-Fat-Diäten hingegen solchen Diäten gegenübergestellt, die auf wenig Kohlenhydrate setzen (Low-Carb-Diät), schnitten Letztere besser ab. Die Probanden verloren im Mittel 1,15 kg mehr als unter Low-Fat.

Zu werten ist dies vor dem Hintergrund, dass der durchschnittliche Gewichtsverlust, egal welche Diät, höchstens vier Kilo betrug, und zwar auch in Studien mit Teilnehmern, die als erheblich fettleibig galten. "Nicht beeindruckend", nennt das Kevin Hall (National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases, Bethesda/Maryland) in seinem Kommentar zur Metaanalyse.

Er verweist darauf, dass Studien zur Gewichtsabnahme im ambulanten Bereich durch die Bank den größten Gewichtsverlust nach sechs bis acht Monaten verzeichnen. Danach nehmen die Probanden wieder zu. "Berechnungen zur Energiebilanz zeigen", so Hall weiter, "dass die Diät zum Zeitpunkt des maximalen Gewichtsverlustes großenteils schon nicht mehr befolgt wird."

Langfristig betrachtet sei es um die Compliance mit Messer und Gabel - Low-Fat hin, Low-Carb her - katastrophal bestellt.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Magere Evidenz bei Diäten

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