Ärzte Zeitung, 03.09.2004

KOMMENTAR

Pluspunkt für orale Immuntherapie

Von Ingrid Kreutz

Die spezifische Immuntherapie ist derzeit die einzige kausale Therapie bei allergischer Rhinitis. Hiermit werden die Symptome wesentlich und dauerhaft verringert oder gar beseitigt.

Die meisten Erfahrungen gibt es bislang mit der subkutanen Immuntherapie. Mittlerweile bevorzugen viele Kollegen jedoch die sublinguale Behandlung mit Tropfen, besonders bei Kindern. Das hat vor allen zwei Gründe: Die orale Therapie erfordert keine Nadelstiche, und nach den bisherigen Studiendaten ist bei dieser Therapie kaum mit schweren systemischen Reaktionen zu rechnen.

Bestärkt werden die Befürworter der Tropfen jetzt durch die Ergebnisse einer randomisierten, Placebo-kontrollierten Vergleichstudie. Bei 71 Patienten mit Birkenpollen-induzierter Rhinitis wurden die Symptome sowohl mit Tropfen als auch mit Spritze bereits nach einem Jahr signifikant verringert und der Verbrauch an Medikamenten reduziert.

Mit den Tropfen gab es anders als mit Spritze keine schweren systemischen Reaktionen. Vielversprechende Ergebnisse, auch wenn die Patientenzahl relativ gering ist. Noch nie sind die beiden Therapiearten unter so strengen Kriterien verglichen worden. Bleibt zu hoffen, daß die orale Behandlung auch längerfristig so erfolgreich ist.

Lesen Sie dazu auch:
Immuntherapie mit Tropfen gelingt bei Allergie so gut wie mit Spritze

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