Ärzte Zeitung, 01.07.2005

Allergie raubt vielen Patienten den Schlaf

Fast die Hälfte wacht wegen der allergischen Symptome nachts auf / Patientenumfrage

MÜNCHEN (sto). Eine allergische Rhinitis belastet die Patienten offenbar weitaus mehr, als allgemein wahrgenommen. Eine europaweite Befragung von Patienten hat ergeben, daß die Hälfte der Betroffenen mindestens sechs Monate im Jahr unter Symptomen leidet, die sich praktisch auf nahezu alle Lebensbereiche auswirken.

Unter allergischer Rhinitis leidet inzwischen etwa jeder vierte Bürger in Europa, wie Dr. Erkka Valovirta von der European Federation of Allergy and Airways Diseases Patient Association (EFA) beim Welt-Allergie-Kongreß in München berichtet hat.

Bei 82 Prozent der Patienten sind die Symptome im Frühjahr am schlimmsten, ergab eine Befragung von 3562 Betroffenen aus elf europäischen Ländern durch die EFA. 15 Prozent der Befragten gaben an, das ganze Jahr Symptome zu haben.

Fast 46 Prozent der Patienten mit allergischer Rhinitis fühlen sich nach dem Schlaf nicht richtig ausgeruht, und 44 Prozent gaben an, daß sie wegen der allergischen Symptome nachts aufwachen.

Als belastend wird von 59 Prozent das ständige Herumtragen von Taschentüchern und von 71 Prozent das dauernde Putzen der Nase bezeichnet. 46 Prozent empfinden das ständige Augenjucken als besonders schlimm, so ein weiteres Ergebnis der von UCB unterstützten Patientenbefragung.

Viele Patienten fühlen sich durch die allergischen Symptome auch in ihren Alltagsaktivitäten wesentlich beeinträchtigt. 12 bis 25 Prozent der Befragten gaben an, daß sie wegen der allergischen Rhinitis nicht zur Arbeit gehen. Bei den Schülern fühlten sich europaweit mehr als ein Drittel durch die Krankheit beeinträchtigt.

Um etwas gegen die Allergie zu tun, haben zwei Drittel der Befragten Veränderungen in der Wohnung vorgenommen: 31 Prozent haben Raumluftbefeuchter aufgestellt und 30 Prozent Möbel ausgewechselt. Mehr als zwei Drittel waren im Nachhinein jedoch der Auffassung, daß das nichts genutzt hat.

Betroffenen empfiehlt die EFA deshalb die Konsultation eines Arztes, der eine genaue Diagnose stellt und die notwendigen Medikamente verordnen kann.

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