Direkt zum Inhaltsbereich

Desensibilisierung gegen Wespengift lohnt sich

LEIPZIG (scho/ikr). Die spezifische Immuntherapie, Hyposensibilisierung) bei Patienten mit Insektengiftallergie ist nicht nur eine hocheffektive, sondern auch komplikationsarme Behandlung. Vereinfacht wird die Therapie durch immer kürzere Aufdosierungsphasen.

Veröffentlicht:

Für die etwa 600  000 in Deutschland lebenden Insektengiftallergiker nähert sich mit dem Beginn des Sommers wieder die Zeit der besonderen Vorsicht. Ein Stich durch Wespen oder Bienen kann bei solchen Patienten bekanntlich zu schweren systemischen Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock führen.

Allein in Deutschland ereignen sich jährlich bis zu 20 Todesfälle durch Insektenstiche, hat der Allergologe Dr. Dieter Stiller aus Fürstenwalde bei einem Symposium des Unternehmens Bencard in Leipzig berichtet.

Die subkutane Immuntherapie (SCIT) ist bei Insektengiftallergie eine sehr effektive Behandlung: 80 bis 100 Prozent der Patienten tolerieren anschließend einen Stich mit dem entsprechenden Insekt reaktionslos.

Vereinfacht wird die SCIT mittlerweile durch Ultra-Rush-Verfahren. Hierbei dauert die Dosissteigerung zur üblichen Höchstdosis von 100 µg Insektengift nur zwei Tage. Bei der in Deutschland derzeit vorwiegend üblichen konventionellen Rush-SCIT dauert die Dosissteigerung bis zu einer Woche.

An die Aufdosierungsphase, die mit den beiden genannten Verfahren nach der neuen Leitlinie der deutschen allergologischen Fachgesellschaften zur spezifischen Immuntherapie stationär erfolgen sollte, sollte sich eine drei- bis fünfjährige ambulante Therapie mit einer Erhaltungsdosis von 100 µg Insektengift alle vier Wochen anschließen.

Insgesamt 1112 Patienten mit Bienen- oder Wespengiftallergie hat Stiller von 1993 bis 2005 in seiner Praxis mit verschiedenen Produkten hyposensibilisiert. Bei 40 Prozent kam es zu unerwünschten Wirkungen, es waren jedoch meist nur lokale Reaktionen. Bei lediglich 0,45 Prozent der Patienten mit Wespengiftallergie kam es zu schweren systemischen Reaktionen, bis hin zum Schock. Umgerechnet auf die Anzahl der Injektionen bedeutet dies, daß es im Durchschnitt nach 8385 Wespengift-Injektionen zu einer bedrohlichen Komplikation kommt, sagte Stiller.

Weitere Infos zur spezifischen Immuntherapie gibt es im Internet unter http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/061-004.htm

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Pityriasis versicolor

© iStock / C5C

Kleienpilzflechte im Sommer

Pityriasis versicolor sicher erkennen und gezielt behandeln

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

© APOGEPHA Arzneimittel GmbH | Generated by AI

Überaktive Blase

Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden
Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

© Kateryna_Kon / stock.adobe.com

PPAR-Isoform-Selektivität: wissenschaftliche Grundlagen und klinische Relevanz

Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Planegg-Martinsried

Vitamin-B12-Mangel

Frühzeitig erkennen, gezielt therapieren

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Wörwag Pharma GmbH & Co. KG, Böblingen
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Über eine Million Datensätze

Wie die Menopause Körperprozesse beeinflusst

„ÄrzteTag“-Podcast

Wie können Ärzte Einsamkeit erkennen und ansprechen, Professor Adli?

Überprüft

5 Mythen übers Impfen im Faktencheck

Lesetipps
Rote Beete Wurzel, rote Beete Würfel, rote Beete Scheiben und rote Beete Saft.

© Daniel Vincek / stock.adobe.com

Fallbericht

Eine fast fatale Gemüse-Überdosis