Ärzte Zeitung, 05.04.2007

Antihistaminikum wirkt innerhalb einer Stunde

Therapie bei allergischer Rhinitis mit Levocetirizin / Jeder dritte Erkrankte bekommt später allergisches Asthma

KÖLN (nsi). 25 bis 30 Prozent der Deutschen haben eine Allergie, die meisten gegen Blütenpollen. Allergische Rhinitis und allergisches Asthma sind die häufigsten Manifestationen, sagt Professor Margitta Worm vom Allergie-Centrum der Charité Berlin. Eine effektive Behandlung bei Patienten mit allergischer Rhinitis sei dringend zu empfehlen, um dem "Etagenwechsel" vorzubeugen.

Eine allergische Rhinitis wie bei dieser Frau mit Pollenallergie mündet häufig in ein allergisches Asthma. Foto: imago

Etwa jeder dritte Patient mit einer allergischen Rhinitis hat zehn Jahre nach Krankheitsbeginn auch ein allergisches Asthma. Darauf hat der Pneumologe Dr. Harald Mitfessel aus Remscheid bei einer Veranstaltung des Unternehmens UCB in Köln hingewiesen. Umgekehrt hätten 70 bis 80 Prozent der Asthmatiker zugleich Symptome einer Allergie.

Als symptomatische Therapie bei Patienten mit saisonaler allergischer Rhinitis und zusätzlicher asthmatischer Komponente hat sich nach Angaben von Mitfessel der selektive H1-Rezeptorantagonist Levocetirizin in der Praxis gut bewährt.

Das bestätigt eine Praxisstudie mit 865 Patienten. 95 Prozent von ihnen hatten bereits seit durchschnittlich zehn Jahren eine allergische Rhinitis, 39 Prozent zugleich ein hyperreagibles Bronchialsystem und 60 Prozent asthmatische Symptome. 97 Prozent der Patienten nahmen einmal am Tag 5 mg Levocetirizin (Xusal®) ein. Knapp 63 Prozent bekamen auch noch andere Atemwegstherapeutika. Innerhalb des Beobachtungszeitraums von sechs Wochen wurden die Patienten dreimal untersucht.

Weniger als fünf Prozent der Patienten hatten am Ende der Studie noch die typischen Symptome einer allergischen Rhinitis wie Niesen, nasale Sekretion, Jucken in Augen und Nase, nasale Obstruktion und Augentränen. Bei der Aufnahmeuntersuchung hatten 50 bis 60 Prozent die Symptome als mäßig bis schwer ausgeprägt beschrieben. Meist gingen die Symptome innerhalb der ersten ein bis zwei Wochen deutlich zurück, sagte Mitfessel. 73 Prozent der Patienten hätten bereits innerhalb einer Stunde eine Wirkung gespürt. Auch die Lungenfunktion habe sich gebessert, Schlafstörungen hätten sich verringert.

Wirksamkeit und Verträglichkeit der Therapie bewerteten 84 und 85 Prozent der Ärzte als gut bis sehr gut. Manche Patienten hätten sich unter der Behandlung schläfrig gefühlt", so der Pneumologe. Für solche Patienten sei es günstig, die Tablette vor dem Zubettgehen einzunehmen.

STICHWORT

H1-Antihistaminika

H1-Antihistaminika hemmen die über H1-Rezeptoren vermittelte Histaminwirkung. Moderne H1-Antihistaminika haben im Vergleich zu den älteren Mitteln eine geringere oder keine ZNS-Gängigkeit und daher auch keine oder nur eine geringe sedierende Wirkung. Weiter entwickelte H1-Rezeptorantagonisten sind modifizierte Substanzen der modernen Präparate. Diese Mittel haben entweder die gleiche Summenformel, aber eine andere räumliche Struktur (etwa Levocetirizin) oder sie sind Metabolite von Wirkstoffen (etwa Desloratadin). (eb)

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