Fischöl schützt Nachwuchs kaum vor Allergie

Haben die Kinder von Frauen, die in der Schwangerschaft langkettige Omega-3-Fettsäuren zuführen, weniger Allergien? Neue Studiendaten sprechen dagegen.

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Fischöl enthält langkettige Omega-3-Fettsäuren.

Fischöl enthält langkettige Omega-3-Fettsäuren.

© Maria Mitrofanova / fotolia.com

NORTH ADELAIDE (St). Frühere Studien ließen vermuten, dass die Zufuhr langkettiger Omega-3-Fettsäuren während der Schwangerschaft einen günstigen Einfluss auf die Immunantwort der Neugeborenen haben könnte.

Eine australische Studie zeigt nun, dass die Supplementation von Fischöl die Inzidenz IgE-vermittelter allergischer Erkrankungen bei Kindern nicht reduziert.

Da allergische Erkrankungen immer mehr zunehmen, gewinnt vor allem die Prävention an Bedeutung. Die australische Studie untersuchte, ob die Einnahme von Fischölkapseln (Eikosapentaensäure und Docosahexaensäure) in der Schwangerschaft die Kinder vor Allergien schützen kann.

An der DOMInO-Studie der University of Adelaide nahmen Schwangere teil, deren Nachwuchs ein erbliches Risiko für eine allergische Erkrankung hatte (BMJ 2012; 344: e184).

Die 368 Frauen der Interventionsgruppe erhielten von der 21. Schwangerschaftswoche an bis zur Entbindung täglich Fischölkapseln (900 mg langkettige Omega-3-Fettsäuren, n-3-LCPUFA).

Die 338 schwangeren Frauen der Kontrollgruppe erhielten Gemüseöl-Kapseln ohne n-3-LCPUFA. Bei den Kindern wurde bis zum Ende des ersten Lebensjahres die Entwicklung von IgE-vermittelten allergischen Erkrankungen wie Ekzemen und Lebensmittelallergien verfolgt.

Sensibilisierungen gegen Kuhmilch, Eier, Weizen, Thunfisch, Erdnüsse, Gräserpollen, Deutsches Weidelgras, Olivenbaumpollen, Schimmelpilz (Alternaria tenuis), Katzenhaare und Hausstaubmilben wurden per Pricktest überprüft.

Genauso viele Lebensmittelallergien

Insgesamt zeigte sich, dass Einjährige, deren Mütter während der Schwangerschaft Fischölkapseln eingenommen hatten, ebenso häufig von IgE-vermittelten Allergien geplagt waren wie die Kinder der Kontrollgruppe.

In der Interventionsgruppe entwickelten 9 Prozent der Kinder allergische Erkrankungen, in der Placebogruppe 13 Prozent. Ein geringer, aber nicht signifikanter Vorteil zeigte sich nach Supplementation beim atopischen Ekzem.

Obwohl in der n-3-LCPUFA-Gruppe mehr Kinder mit einer Sensibilisierung gegenüber Eiern diagnostiziert wurden (9 Prozent der n-3-LCPUFA-Gruppe versus 15 Prozent der Kontrollgruppe), konnte zwischen den beiden Gruppen kein Unterschied hinsichtlich der IgE-vermittelten Lebensmittelallergien festgestellt werden.

Die Inzidenz lag jeweils bei 3 Prozent. Auch andere Vorteile zeigten sich in der Supplementationsgruppe nicht: Die Zahl der Arztbesuche, Klinikaufenthalte, Infekte und medikamentösen Behandlungen der Kinder war vergleichbar.

In Deutschland geht das Robert Koch-Institut aktuell von einer Allergieprävalenz von 47 Prozent bei Frauen und 33 Prozent bei Männern aus. Dabei ändern sich die Allergiemuster mit dem Alter.

So haben Nahrungsmittelallergien und atopische Dermatitis einen Gipfel bei den Einjährigen, die Rate der Asthmaerkrankungen und der allergischen Rhinitis steigt bis zum Alter von 15 Jahren an.

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