Ärzte Zeitung, 13.03.2012

Mit dem Alter wird Heuschnupfen lästiger

Bei allergischer Rhinitis unterscheiden sich die klinischen Charakteristika bei älteren Patienten von denen bei jungen Allergikern. Zudem ist die Lebensqualität bei den Senioren offenbar stärker eingeschränkt.

Von Peter Leiner

Mit dem Alter wird Heuschnupfen lästiger

Ältere Patienten mit allergischer Rhinitis haben häufiger als jüngere gleichzeitig auch eine Konjunktivitis.

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BARI. Je älter Patienten mit allergischer Rhinitis sind, um so mehr ändern sich die klinischen Charakteristika im Vergleich zu jüngeren Patienten.

Seit langem ist zu beobachten, dass der Anteil der Senioren mit einer Allergie steigt.

Italienische Allergologen und Immunologen haben deshalb bei 54 Patienten mit einer allergischen Rhinitis, die über 65 Jahre alt waren, unter anderem einen Pricktest zur Bestätigung der Allergie gemacht, den Gesamt-IgE-Spiegel bestimmt und Zellproben der Nasenschleimhaut analysiert.

Die Ergebnisse verglichen die Forscher aus Bari dann mit den Untersuchungsergebnissen bei 89 Allergikern mit Rhinitis, die im Mittel 26,3 Jahre alt waren (Annals of Allergy, Asthma & Immunology 2012; 108/3: 141-144).

Nur bei 27 Prozent der Älteren gab es atopische Erkrankungen in der Familie, bei den jüngeren Studienteilnehmern waren es mit 46 Prozent signifikant mehr.

Zypressen, Olivenbäume und Nesselgewächse

Häufigste Auslöser der Sensibilisierung unter den Pollen waren jene von Zypressen, Olivenbäumen und Nesselgewächsen (Parietaria). Unter den Innenraum-Allergenen dominierten jene der Milbe Dermatophagoides farinae als Auslöser der Allergie, gefolgt von Katzen-Allergenen und den Allergenen der Milbe D. pteronyssinus.

Sowohl beim gegenüber Gesunden erhöhten Gesamt-IgE-Spiegel als auch bei der Zahl von Entzündungszellen in der Nasenschleimhaut fanden die italienischen Ärzte - anders als Kollegen in früheren Untersuchungen - keine Unterschiede zwischen den beiden Altersgruppen.

Nachgewiesen wurde jeweils die gleiche Anzahl neutrophiler und eosinophiler Granulozyten, Lymphozyten und Monozyten sowie teilweise degranulierte Mastzellen, und zwar gemessen sieben Tage nach Beendigung der Medikation.

Ältere Patienten haben weniger Zilien tragende Zellen

Auffallend war nach Angaben der italienischen Wissenschaftler allerdings, dass bei älteren Patienten das Verhältnis Zilien tragender Zellen zu muzinösen Drüsenzellen im Vergleich zur Situation bei jungen Patienten signifikant verringert war.

Die relative Reduktion der Zilien tragenden Zellen sei zudem von einer stärkeren bakteriellen Besiedelung der Nasenschleimhaut begleitet gewesen, so die italienischen Kollegen: Die Keime werden durch die fehlenden Zilien nicht mehr richtig abtransportiert.

Schließlich gab es einen weiteren signifikanten Unterschied zwischen den beiden untersuchten Patientengruppen: Der Anteil der Patienten mit kombinierter Rhinitis / Konjunktivitis-Symptomatik lag mit 65 Prozent bei den Senioren viel höher als in der Vergleichsgruppe - mit ein Grund für die niedrigere Lebensqualität bei den Älteren.

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