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Mangelnde Lebensfreude

Wie die Allergie zum Ärgernis wird

Kinder mit einer Nahrungsmittelallergie leiden nach einer Schweizer Studie enorm unter der Unverträglichkeit. Das Problem scheint außerdem mit dem Alter zuzunehmen.

Von Dr. Dagmar Kraus Veröffentlicht:
Immer aufpassen zu müssen, was man isst - das ist für Kinder hart.

Immer aufpassen zu müssen, was man isst - das ist für Kinder hart.

© cult12/fotolia.com

LAUSANNE. Lebensmittelallergiker müssen penibel auf das achten, was sie essen. Das und die Angst vor einer schweren allergischen Reaktion im Ernstfall schränkt die Lebensqualität betroffener Kinder und ihrer Eltern enorm ein.

Wie sehr, haben Allergologen in Lausanne bei 62 Kindern zwischen 0 und 12 Jahren mit Hilfe eines kürzlich entwickelten, speziell auf kleine Patienten (FAQLQ-CF) und ihre Eltern (FAQLQ-PF) zugeschnittenen Fragebogens eruiert (Pediatr Allergy Immunol 2012; 23: 412-419).

Dafür hatten die Lausanner Ärzte jeweils ein Elternteil der 62 Kinder gebeten, den elternspezifischen Fragenkatalog auszufüllen, und den 32 Kindern über acht Jahren den auf Kinder zugeschnittenen Fragebogen vorgelegt.

Insgesamt scheint die Allergie Schulkinder stärker in ihrer Lebensqualität zu beeinträchtigen als jüngere Kinder (FAQLQ-PF Gesamtscore: p = 0,02). Auch für Kinder, die bereits einmal eine schwere allergische Reaktion erlebt hatten, steigt der Leidensdruck (FAQLQ-PF Gesamtscore: p = 0,039).

Leidet die Mutter an einer Allergie (FAQLQ-PF Gesamtscore: p = 0,02) oder ein Geschwisterkind (FAQLQ-PF Gesamtscore: p = 0,034), machte sich das ebenso negativ im Wohlempfinden der Kinder bemerkbar wie eine Allergie auf mehrere Lebensmittel (FAQLQ-PF Angst-Score: p = 0,04).

Außerdem fühlen sich Mädchen deutlich stärker beeinträchtig als Buben (FAQLQ-CF Gesamtscore: p = 0,031)

Eine Nahrungsmittelallergie trübt sowohl nach Einschätzung der Eltern als auch der betroffenen Kinder selbst die Lebensfreude. Allerdings leiden nicht alle Kinder gleichermaßen. Der Leidensdruck scheint mit dem Alter zuzunehmen.

Auch schwere allergische Reaktionen in der Vorgeschichte sowie eine mehrfache Lebensmittelallergie erhöhen den Druck. Auf diese Gruppen sollte nach Meinung der Studienautoren ein besonderes Augenmerk gelegt werden, und sie sollten verstärkt auf medizinischer, diätetischer, sozialer und psychologischer Ebene unterstützt werden.

Kinder und Eltern müssen gestärkt werden, um ihren Alltag trotz Allergie meistern zu können.

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