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Birke, Haselnuss und Co.

Kaum Pause für Pollenallergiker

Das aktuelle frühlingshafte Wetter erfreut nicht alle Menschen in Deutschland: Die Leidenszeit der Pollenallergiker hat sich durch den milden Winter verlängert. Wer gegen Birkenpollen allergisch ist, muss sich schon in den nächsten Tagen wappnen.

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In wenigen Tagen ist in Süddeutschland mit dem ersten Flug von Birkenpollen zu rechnen.

In wenigen Tagen ist in Süddeutschland mit dem ersten Flug von Birkenpollen zu rechnen.

© drubig-photo / fotolia.com

BERLIN. Niesattacken und tränende Augen: Der milde Winter hat die Saison für Pollenallergiker mehrere Wochen früher beginnen lassen als im vergangenen Jahr. Bereits seit Mitte Dezember fliegen Haselnusspollen, im Moment kommt Erlen-Blütenstaub hinzu.

Und schon in wenigen Tagen sei im Süden Deutschlands mit dem ersten Flug von Birkenpollen zu rechnen, im Norden rund eine Woche später, sagte Karl-Christian Bergmann, Leiter der Stiftung Polleninformationsdienst, am Mittwoch in Berlin.

Vermutlich durch den Klimawandel setze der Pollenflug seit rund 15 Jahren früher ein. Die Pollenmengen schwankten allerdings von Jahr zu Jahr.

In Deutschland reagieren nach Angaben der Stiftung rund zwölf Millionen Menschen allergisch auf Pollen – mit Abstand die meisten auf Birken-Blütenstaub.

Die größte Sensibilität gebe es im Alter zwischen 30 und 39 Jahren - ein Fünftel dieser Altersgruppe (20,8 Prozent) leidet dann unter rhinitischen Beschwerden, sagte Bergmann. Frauen sind dabei etwas häufiger (drei Prozent) betroffen als Männer.

Jeder sechste Erwachsene hat Heuschnupfen

Insgesamt haben heute rund 15 Prozent der Erwachsenen in Deutschland Heuschnupfen. Vor 20 Jahren waren es noch 10 bis 11 Prozent. „Die Zunahme hat mit vielen Faktoren zu tun“, erklärte Bergmann. Dazu gehörten wahrscheinlich eine zunehmende Hygiene, Ernährungsgewohnheiten und auch der Klimawandel.

Eine höhere Kohlendioxid-Konzentration in der Luft führe bei Pflanzen zu mehr Trieben – und dadurch auch zu mehr Pollen, erläuterte der Charité-Lungenfacharzt. Zu beobachten sei das zum Beispiel bei Birke, Haselnuss, Esche und Eiche.

Bei Gräsern ging die Belastung in den vergangenen Jahren hingegen zurück. Das könne aber auch daran liegen, dass mehr Wiesen in Ackerflächen umgewandelt worden seien.

Pollenkonzentration nimmt in Städten zu

Auffällig finden die Forscher, dass die Pollenkonzentration in Städten zunimmt – auf dem Land bleibt sie hingegen ähnlich hoch. Das könne mit der Aufheizung von Beton in Städten zu tun haben, sagte Bergmann. Aber auch Abgase spielen wohl eine Rolle.

Besonders hoch war die Dichte von Gräserpollen 2013 zum Beispiel in der Nähe der stark befahrenen Berliner Stadtautobahn A 100. Im großen Park Tiergarten mitten in der Hauptstadt war sie um mehr als die Hälfte geringer.

„Ich gehe davon aus, dass die Kombination von größeren Pollenmengen und erhöhter Feinstaubkonzentration zu verstärkten Heuschnupfensymptomen führen kann.“

Von einem weiteren Anstieg der Allergikerzahlen gehen die Fachleute allerdings nicht aus. Ein Grund dafür sei, dass eine genetische Veranlagung beim Ausbruch auch eine Rolle spielt, sagte Bergmann. Ungewöhnlich für die Experten ist aber, dass neuerdings sogar noch im hohen Alter eine Pollenallergie entstehen kann.

Mit dem Start des Pollenflugs bei Gräsern rechnen die Experten in diesem Jahr Mitte April, Beifuß blüht ab Mitte Juli, Ambrosia kommt ab Ende Juli dazu und ist bis Ende September aktiv.

Bleibt auch der kommende Winter mild, haben Allergiker erneut nur wenige Wochen Pollen-Pause. Eine neue, kostenlose Pollen-App für das Handy soll ihnen dabei helfen, die individuelle Belastung in ihrer Region einzuschätzen – und auch Medikamente danach zu dosieren. (dpa)

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